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            "ner_text": "In bemelten garten wurden wir hin und wider geführt zu underschidlichen schönen waßerkünsten unnd under anderen in ein uberdiemaßen schön summer oder garten hauß, inwendig mit lauter porcellana gebauen. Der obere boden mit gold unnd vilen underschidlichen farben künstlich geziert, der under, darauf man geht, mit schönen täbichen bedegt. In der miten ein stein in gestalt eines bergleins außerhauen, darauf durch etliche meßinge schlänglein daß waßer gricht unnd im zuruck lauff ein liebliches gereüsch erwegt. Sultan Ibrahim, der vor regierende türckische kayßer, hat gemeltes zimmer auf der erden unnd fenster herumb mit zobelbelz spalieren unnd eines halben mans hoch von der erdt an mit spiegel behengen laßen. Alßdan hat er sich, wie auch seine sultanin oder weiberen, in einem absonderlichen, nechstgelegnen käm merlein außgezogen unnd darnach mit seinen weiberen ganz nackhendt auf dem linden zobel herumb gedanzt. Auf der seiten war etlich auß lauter gold unnd silberstuckh aufgerichte, mit baumwol angefihlte beten, dan sie keine federen brauchen. Darauf, wan es ihm in wehrendem danzen beliebte, hat er eine seiner nackhenden weiber genomen unnd seinen muethwillen mit ihr, in zusehung der anderen, getriben unnd volbracht. Seiner kebs weiber wahren an der zahl 500. Obgemelte spiegel hat er darumb also auffhencken laßen, damit er seinen danzenden, nackhenden weiberen nit allein augenscheinlich, sonderen auch in den spieglen zu schauen und seiner lust desto mehrer büeßen möchte. Dan an der gleichen närrischen boßen hat er sich vast delectirt unnd ihme nichts bessers gefallen, alß wan er in die spiegel geschaut unnd seine weiber also durcheinander lauffen sehen. Wan mir die schamröthe die übrigen muethwillen unndt üppigkeiten, so er volbracht, zu beschreiben nit verbieten thete, wehre noch vil zu erzehlen. Darumb will ich es bey dißem beruehen laßen. In summa dißer kayßer führete in allem ein ganz neronisches unnd zugleich im regieren ein weiberisches leben. Die erste vier oder 5 iahr seiner regierung seind ein rechtes primum quinquennium Neronis geweßen, mildt, sithsamb unnd sanfftmietig. Darnach volgte auch die neronische grausamkeit, welche zwar den ottomannischen regenten in gemein gleichsam angebohren, iedoch per intervalla mehrer von einem dan von dem anderen exerciert ist.",
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                "text": "In bemelten garten wurden wir hin und wider geführt zu underschidlichen schönen waßerkünsten unnd under anderen in ein uberdiemaßen schön summer oder garten hauß, inwendig mit lauter porcellana gebauen. Der obere boden mit gold unnd vilen underschidlichen farben künstlich geziert, der under, darauf man geht, mit schönen täbichen bedegt. In der miten ein stein in gestalt eines bergleins außerhauen, darauf durch etliche meßinge schlänglein daß waßer gricht unnd im zuruck lauff ein liebliches gereüsch erwegt. Sultan Ibrahim, der vor regierende türckische kayßer, hat gemeltes zimmer auf der erden unnd fenster herumb mit zobelbelz spalieren unnd eines halben mans hoch von der erdt an mit spiegel behengen laßen. Alßdan hat er sich, wie auch seine sultanin oder weiberen, in einem absonderlichen, nechstgelegnen käm merlein außgezogen unnd darnach mit seinen weiberen ganz nackhendt auf dem linden zobel herumb gedanzt. Auf der seiten war etlich auß lauter gold unnd silberstuckh aufgerichte, mit baumwol angefihlte beten, dan sie keine federen brauchen. Darauf, wan es ihm in wehrendem danzen beliebte, hat er eine seiner nackhenden weiber genomen unnd seinen muethwillen mit ihr, in zusehung der anderen, getriben unnd volbracht. Seiner kebs weiber wahren an der zahl 500. Obgemelte spiegel hat er darumb also auffhencken laßen, damit er seinen danzenden, nackhenden weiberen nit allein augenscheinlich, sonderen auch in den spieglen zu schauen und seiner lust desto mehrer büeßen möchte. Dan an der gleichen närrischen boßen hat er sich vast delectirt unnd ihme nichts bessers gefallen, alß wan er in die spiegel geschaut unnd seine weiber also durcheinander lauffen sehen. Wan mir die schamröthe die übrigen muethwillen unndt üppigkeiten, so er volbracht, zu beschreiben nit verbieten thete, wehre noch vil zu erzehlen. Darumb will ich es bey dißem beruehen laßen. In summa dißer kayßer führete in allem ein ganz neronisches unnd zugleich im regieren ein weiberisches leben. Die erste vier oder 5 iahr seiner regierung seind ein rechtes primum quinquennium Neronis geweßen, mildt, sithsamb unnd sanfftmietig. Darnach volgte auch die neronische grausamkeit, welche zwar den ottomannischen regenten in gemein gleichsam angebohren, iedoch per intervalla mehrer von einem dan von dem anderen exerciert ist.",
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            "ner_text": "Nachdem wir hin unnd wider in dem garten etliche denckhwirdige sachen gesehen, hat man ihr gnaden zum eßen berueffen, der sich, sambt etlich der vornembsten, zu den Türckhen mit geschrenckhten füeßen auf die erdt nider gesezt unnd seind mit türckhischen spaißen wol tractirt worden.",
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            "ner_text": "Eben in dißem zimmer, da ihr gnaden war, legte man auf die erd ein runde lederne scheiben an stat eines disch, darauf sezte man für unß hoche kupfferne verzinte schißel, darinen die speißen von underschidlich gekochten raiß unnd neben anderen auch ein ganz gebratnes lämpel. Bey ihme legt man keine deller oder meßer auf den disch, dan anstadt der däller nimbt er das brodt, welches breite fleckel sein, zerreist ers mit den händen, dan die selben an stat der meßer seind. Darumb sie auch keine gebrauchen. Legt das undertheil des brots für sich anstat des dällers, das oberthail aber isst man zu den speißen. Unnd so er daran nit genug hat, ist er alsdan das däller auch. Da wir aufgestanden unnd die schißel nacheinander fortgetragen worden, wurde von einem Türckhen obgemelte lederne taffel mit einem riemen wie ein beitel zusamen gezogen unndt an die wandt gehenckht.",
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            "ner_text": "Sonsten ware der vesier in dißer lezten audientz sehr freundlich, ließe neben anderen bey ihnen gebreüchigen ceremonien 14 cafftan oder türckhische röckh, darvon ich auch ein empfangen, außtheilen unnd namen also von einander auf das freundtlichste uhrlaub, umbfiengen unß unnd endete sich auch der gestalt diße audientz.",
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            "ner_text": "Nach dem die capitschi bassa ihr gnaden bey den armen gefast unnd zu dem sultan hinein geführt hadten, stießen sye ihr gnaden vor dem sultan unfreindlich zu boden auf die knie. Ein camerdiener reicht dem knieänden den linckhen rockh ermel des sultans, den müest er küßen. Da wurdt er aufgericht und etlich schrits beiseits geführt. Dißer barbarische gewonheit kombt daher: Nachdem vorzeiten Marcus, despota in Servia, von sultan Murath erschlagen war, nam des despotis diener einer ihn, ein Krabat, ihm für, er wolle seines herren todt an dem sultan selbst rechen, wie er dan bald hernach solches ins werckh erfüllet und sultan Murath den ersten erstochen hat, umb destwillen darff kein frembter für den sultan kommen; man führe ihn dan bei den faisten etc.",
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            "ner_text": "Von der mahlzeit ist vor genuegsam gemeldt worden, darum ich nur von den spaißen meldung thue, die mehrenthails von reiß auf mancherley weiß gekocht, alß braun, gelb, weiß, roth, dickh und din, unnd alles zumahl sueß, eines theils auch gebachener reiß, ein schaffleisch und gebratne hennen im reiß, gebratne tauben unnd hennen eingemacht oder verdempfft schaffleisch, kleine sueße kräpffel mit zuckher bestreüht. Lezlichen, an stadt des confects, tregt man auf underschidliche früchten, alß melonen, lemonien, pomeranzen, granaten, birn undt ander dergleichen früchten. Das tranckh war scherbet oder süeß zuckher waßer. Eben auf solche manier seindt die andere herauß in dem ineren hoff under einem schönen gang, außgenommen das confect undt 2 oder 3 speißen weniger, tractirt worden. Under dem eßen gienge einer am tisch (wie wohl es kein tisch war, Türckhische mahlzeit. Drei Personen sitzen im Schneidersitz auf einem Teppich rund um einen runden Tisch. Eine Person nimmt sich mit einem Schöpflöffel Speisen aus einer großen Schüssel. Also pflegen alle Türckhen bey dem eßen oder auch sonsten zusizen. Eine Person sitzt im Schneidersitz am Boden und führt sich einen Suppenlöffel an den Mund. Im Hintergrund ist eine Hügellandschaft zu sehen. dan wir saßen nach türckhischer manier auf der erden mit einer schaalen unnd kupffernen krug) herumb, der gabe unß zu trinckhen ein hönig oder sonst sueßes waßer. Aber hat kaum der zehendte unser gnug getrunckhen und etlich gar nichts bekomen. Doch hatten wir anderst wegen des klezen oder huzelwaßers kein verdruß daran.",
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            "ner_text": "Alß sultan Mehemet im iahr Christi 14532, den 29. Maii, die stadt in sein gewalt gebracht, haben sych vor Constantino Magno, der diße stadt zum ksl. siz gewidmet, biß auf diße belägerung und eroberung 1.100 iahr verfloßen. Der feind lag 54 tag darvor unnd hat dieselbe endtlich den 29. Maii mit sturm erobert. Waß für muthwillen damahlen die Türckhen getriben ist nicht außzusprechen, dan eß waren auff 60.000 persohnen gefangen, ihnen auch sehr vil wolten auf den schiffen zu waßer entrinnen, so alle ertränckht worden. Die weiber, iunckfrauen unnd iunge wurden zu unerhörter unzucht genötiget und gezwungen. Die kleine kinder vor der elteren augen zerfleischt unnd nidergemacht, die tempel unnd gottsheüßer mit schand unnd unzucht verunreiniget unnd zu huerren häüßer gemacht. In summa das iahmer unnd ellend ist nicht genugsam zu erzehlen. Strabo sagt ηεγαλυ ϖολις ηεγαλυ ερςυα, daß ist: uber große städt gehet groß verderben unnd undergang.",
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            "ner_text": "Wegen großer tyranney unnd mordthat vermeine ich, das das Türckhische Reich mit keinem imperio oder monarchia, die yeh mag geweßen sein, könne verglichen werden. Dan es ist geweßen Imperium Assyriorum, Persorum, Graecorii et Romanorum, in welchen gleichwohl villerley unordnung unnd tyranney bey den regenten fürüber gangen. Findt man doch außer Romulo und Remo nicht vil, das ihr regiment mit bruder mordt sey beflegt geweßen, wie das türckhische. Auf ihm hat Nero zwar, das greüliche monstrum, sein muedter Agrippinam beschlaffen unnd hernach, damit er das orth, wo er im leib gelegen, sehe, umbringen laßen. Wie auch seinen lehrmeister Senecam sambt vilen seiner vertrautesten hat er ohne einige schuld hinrichten laßen, welches gleichwohl greüliche thaten seind. Aber das türckhische gesez oder alcoran hat solches auf sich, alß ein heilliges gesez unnd godtlich recht, daß ein ieder türckhischer kayßer, so bald er an das reich kombt, mueß laßen seine brüder erwürgen, dan ihr gesaz lautet also, daß sye einen Gott im himmel unnd einen herrn allein auf erden erkhennen sollen.",
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            "ner_text": "Darumb ist ihr reich vilmehr ein tyranney unnd zerstörung anderer regiment. Gleich wie Attila unnd Tamerlanes ein gaißel Gottes sich genendt, also der Türckh terror Europae oder Christianorum billich kan gehalten werden. Eß beweißen die exempel der ottomanischen kayßer, deren regiment nichts anderst geweßen, dan daß sye verwuesteten, verderbten unnd zerstöhrten, was ihnen ihn ihr händt kombt. Waß haben sye in Asia angefangen, ganz Graeciam, darin vil herliche stadt, das mächtig königreich Ungaren, darin vil gewaltige vestung seind geweßen, iamerlich verderbt unnd verwüestet. Warumb aber ihr reich also lange bestehet, ist niemand alß allein Gott dem almächtigen bewust. Der wird solches zu seiner zeit zu enden wißen.",
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            "ner_text": "Eß ist nunmehr die abscheüliche grausamkeit der Türckhen wider daß christliche bluet weltküendig, dan, so sye in ein land kommen, verbrennen unnd zerstören sye nit allein alles, sonderen führen noch die weiber, kinder unnd iunckhfrauen in die ewige dienstbarkheit. Die manboren leüth machen sye gemeiniglich gleich nider oder schindens zue dem ruederziehen auf die galleren, die ein schwere arbeit unnd mit vilen schlägen ihr leben also armseeliglich durchbringen. Die weiber, iunckhfrauen unnd knäblein, waß schön von angesicht ist, werden dem sultan verehret unnd die weibsbilder im türckhischen frauenzimmer mit nähen unnd wirckhen underricht. Unnd dise werden mitler zeit den großen herren verheürath oder auch des kayßers kebß weiber, unnd welche das glück hat, kan kayßerin selbsten werden. Die anderen, so nicht verheürath werden, müeßen wider ihren willen in immerwehrender iunckhfrauenschafft ihr leben müehseelig verzehren. Die anderen, schön unnd schandlich durcheinander, werden in dem besaster, daß ist daß kauffhauß, oder auf den afrätbassar, dem weibermarckh, zuverkauffen geführt. Da ist ein sehr großer, weiter hoff, zur ebner erdt allenthalben seind kleine zimerlein herumb. Deßgleichen auch oben auf einem gang sicht man underschidliche kämerlein, darin sich christliche leibeigne frauen, iunckhfrauen unnd knäblein auffhalten. In bemeltem hoff sicht man an einem marckhtag vil 100 lange bänckh, darauf die gefangne sizen unnd fayl gehalten werden. Unnd treibt oder führt man ganze scharen miteinander in den hoff, doch halten sich die mehreren gefangne in den zimerlein des hoffs auf. Welche weibsbilder oder knäblein von angesicht schön, die werden vil theürer alß die anderen unnd in dem oberen gang verkaufft.",
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                "text": "Eß ist nunmehr die abscheüliche grausamkeit der Türckhen wider daß christliche bluet weltküendig, dan, so sye in ein land kommen, verbrennen unnd zerstören sye nit allein alles, sonderen führen noch die weiber, kinder unnd iunckhfrauen in die ewige dienstbarkheit. Die manboren leüth machen sye gemeiniglich gleich nider oder schindens zue dem ruederziehen auf die galleren, die ein schwere arbeit unnd mit vilen schlägen ihr leben also armseeliglich durchbringen. Die weiber, iunckhfrauen unnd knäblein, waß schön von angesicht ist, werden dem sultan verehret unnd die weibsbilder im türckhischen frauenzimmer mit nähen unnd wirckhen underricht. Unnd dise werden mitler zeit den großen herren verheürath oder auch des kayßers kebß weiber, unnd welche das glück hat, kan kayßerin selbsten werden. Die anderen, so nicht verheürath werden, müeßen wider ihren willen in immerwehrender iunckhfrauenschafft ihr leben müehseelig verzehren. Die anderen, schön unnd schandlich durcheinander, werden in dem besaster, daß ist daß kauffhauß, oder auf den afrätbassar, dem weibermarckh, zuverkauffen geführt. Da ist ein sehr großer, weiter hoff, zur ebner erdt allenthalben seind kleine zimerlein herumb. Deßgleichen auch oben auf einem gang sicht man underschidliche kämerlein, darin sich christliche leibeigne frauen, iunckhfrauen unnd knäblein auffhalten. In bemeltem hoff sicht man an einem marckhtag vil 100 lange bänckh, darauf die gefangne sizen unnd fayl gehalten werden. Unnd treibt oder führt man ganze scharen miteinander in den hoff, doch halten sich die mehreren gefangne in den zimerlein des hoffs auf. Welche weibsbilder oder knäblein von angesicht schön, die werden vil theürer alß die anderen unnd in dem oberen gang verkaufft.",
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            "ner_text": "Am ende der stadt gegen nidergang ligt das castel zu Siben Thürmen, türckhisch Iedicola genent. Daßelbig ist mit mauren unnd thürnen auf das beste verwahret, sonsten ohne weitere besazung alß ein haubtman mit wenig ianitscharen. In dißem castel ist des türckhischen kayßers bester schaz von gold unnd gelt verwahret. Diß gebey unnd Sophia, das palatium Constantini Magni, sambt dem münzhauß unnd ein theil des haußes imperatoris Iustiniani, so institutionis iuris, unnd ander mehr büecher gemacht, seind noch von den alten, vornemben gebeyen übrig, an welchen scherben man leichtlich abnemmen kan, wie der haffen müeß geweßen sein. Das palatium Constantini ist ein hocher, viereckhender bau von werckhstuckhen. Hat innwendig keine gemach mehr, dan allein hilzerne hitel an den wänden herumb, in welchen die gefangne Christen aufgehalten werden. Also ist auch das müntzhauß, darin man asper unnd sultaniner oder ducaten schlägt etc.",
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            "ner_text": "Von dem Obern=Rheinstrohm / vom 20. October. Daß man noch beschäfftiget / die Winter=Postirungen einzurichten; Nach welchem Jhro Churfürstl. Durchl. zu Braunschweig=Lüneburg wieder nach Dero Residentz sich erheben dörfften.",
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            "ner_text": "Ich habe selbst auf dißem gang überdiemaßen schöne, adelliche damen unnd vornemer herren töchteren gesehen, ob deren schönheit des leibs ich mich hoch verwundert, deren mehrentheil in dem neülichen zwischen tartarischen unnd polnischen krieg auß Polen unnd Rußen von den Tartaren zuverkauffen hieher geschickhet worden. Alß wir eine under dißen adellichen schönen damen kauffen wollen unnd gefragt, wie theür solche seye, hat der verkauffer geandtwort, er gebe keine auß dißen keinem Christen zukauffen, wan ers schon überzahlete, dan sye seyen schon alle von den Türckhen beschlaffen unnd ihrer iunckhfrauschafft beraubt worden. Unnd hoffentlich werden sie auch schwanger sein, darum dörffe er unß keine zukauffen geben, weil der türckhische samen oder frucht, so sye in ihnen haben, wan wir sye kauffeten unnd mit unß hinauß führten, zu einem Christen wurde. Dahero er, nach laut seines gesazes, unß keine zukomen laße.",
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            "ner_text": "Wan aber ein Türckh im willens eine zukauffen, besicht er die wahr mit ganzem fleiß an allen gliedtmaßen unnd vil mehrers, alß man bey unß ein pferdt, so man kauffen will, besichtiget. Erstlich schaut er an die händt, 2. die zänd, 3. die arm, 4. die brüst unnd halß. So er an dißen orthen keinen mangel sicht, beschaut er ihnen die schenckhel, die müeßen die weibsbilder biß über die knie oder weiter biß an bauch hinauf entblößen. Darüber sye sich, die arme weibsbilder, sehr kläglich unnd schämig erzaigen. Nach dem nun der kauffer alles woll besichtiget unnd den leib allenthalben woll beschaut und kein mangel daran findt, macht er erst den kauff. Auf erzehlte volle manier machts ein ieder also, der eine kauffen will, unnd werden täglich sehr vil verkaufft. Der solchen kläglichen spectacel zusicht, gehet es einem billig zu herzen. In deme sye unnß etlich alß Christen erkhandt, kläglich angeschaut unnd darüber herzilch gesäuffzet. Die verkauffer seind auch schuldig bey ihrem ayd zusagen, wan sye ein mädel verkauffen, ob sye noch ein iunckhfrau oder nicht. Dan ehe man sye dahin auf den plaz zuverkauffen bringt, werden sye vorhero durch gewiße leuth beschaut. Aber leider, Gott erbarms, wenig oder gar keine werden über 12 oder 13 iahr gefunden, die nit von den Tartaren oder Türckhen ihrer unwiderbringlichen, edlen iunckhfrauschafft seind beraubt worden. Under dißen weibspersohnen bleiben ihrer vil bey dem christlichen glauben unnd religion beständig, dahero sye auch darumb desto übler gehalten werden. Vil werden auch abtrunnig, damit sye ihrer frauen, bey denen sye dienen, huld unnd gunst erlangen. Andere, die des wollusts empfinden, ergeben sich dem muethwillen unnd fleischlichen wollüsten wider die natur unnd nach der natur etc.",
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            "ner_text": "Nach allem ansehen muß der vortreffliche tempel Sophia oder templum Aeternae Sapientiae andere herliche gebei neben sich gehabt haben. Nechst darbei ist ein stuckh von einer uralten kirchen, in deren gewölber iezund underschidliche wilde thier verwahret werden. Darin haben wir gesehen lewen, tigerthier, leoparden, dreyerlei arth der füchs, zweyerlei arth wölff, so auß Arabia und Egipten hieher gebracht worden, cibet kazen, ein haut von einem linckhwurm, ein außgefühlte haut eines cameleopardelins, so hoch alß ein hirsch unnd der halß ist zwey klaffter lang. Andere gemeine thier alß meerkazen, pabian affen gibt es sehr vil unnd werden für nichts selzams geachtet. Sonsten hab wir offtermahlen schaff gesehen, das eins ein solchen schwaif gehabt, das es denselben kaum ertragen könne unnd der 10, 15, oder auch 20 pfund wigt. Eß gibt auch vil orices oder wilder geißen, deren har biß auf die erden hangen. Denen pflegt man es nit abzuscheren, sonderen außzukämplen, darauß man underschidliche schöne zeüg, sonderlich aber schameloth machet unnd der seiden nit vil ungleich ist. Von selzamen geflügel gibt es nit vil mehrers alß straußen, geiren, adler unnd andere rauberische vögel. Sehr vil sonderlich kleine geiren, die flügen in großer anzahl herumb, mit denen wir in unserem losament offtermahl ein spaß gehabt, in deme wir ein fleisch genomen und in die hoch geworffen, haben sie es in lufft empfangen oder unß bißweilen unversehens auß den händen gerißen etc.",
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            "ner_text": "Nach außweißung des türckhischen gesezes oder alcoran hat sultan Murath seine drey eltere brüeder, damit ihm keiner nach dem reich strebete, strangulieren laßen unnd seinem vierten bruder, Ibrahim, starckh nach dem leben getracht. Dißer aber ist durch die muedter alß der liebste, iüngste sohn heimlich in Egipten verschickht unnd aldort bey dem leben erhalten worden. Nach des Muraths todt aber ließe ihn die muedter (so ein listige matrona coronna unnd dreyer kayßer muedter, alß sultan Achmets, Muraths unnd Ibrahim) geschwind rueffen, unnd war gemelter Ibrahim dem volckh vorgestehlt undt ohne andere ceremoni, die bei ihnen nit breüchig, zum kayßer erclärth und aufgenomen worden. Der wurdt doch endtlich wegen üblen geführten regiments auß billichen ursachen stranguliert unnd sein sohn Mehemet Han succediert.",
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            "ner_text": "Auf dem Atmeidan stehet erstlich ein alte, hoche seul von marmorsteinen auffgeführt, ist aber alters halb zimlich zerfallen. Darnach ein obeliscus oder pyramis, das ist ein hoche, zugespizte saul auß schönem roten marmor, uber die 40 ellenbogen hoch, von einem einigen stuckh, auf 4 wirffel von erz stehendt, darein seind gehauen eines halben zohls tieff litterae hieroglyphicae. Dergleichen zeichen oder bilder haben vorzeiten die Egyptier an stat der buchstaben gebraucht. Dan es seind underschidliche figuren darin gehauen, alß pferdt, adler, sonnen, mond, geier, sternen, lewen und andere mehr, deren haben auch, wie gemelt, die Egiptier in beschreibung der heidnischen vermeinten göttlichen geheimnußen gebraucht etc.",
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            "ner_text": "Ferner stehet auf gedachtem plaz ein von erzgegoßne seül, Columna Serpentina, anderthalb man hoch unnd fünffhalb meiner spanen dickh, dreyfach gewunden, oben mit drey schlangen köpffen. Von dißer schlangen saül ist die sag, das umb derselben willen zuvor kein schlang in die stadt kommen köndte. Alß aber kayßer Mahomet die stadt Constantinopel eingenommen unnd dieselbe besichtiget, hat er diße gegoßne schlang angetroffen unnd mit seinem busigan einer derselben schlangen den underen theil des kopffs weggeschlagen. Darauf haben sich alßbald die schlangen heiffig in der stadt erzeügt, iedoch niemandt beschädiget. Ob diße schlang mit zauberey oder anderen künsten zugericht geweßen, ist niemandt bewüst. Gemelte schlangen ist auch zerbloben inwendig mit kleinen steinen angefült.",
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            "ner_text": "Außer dißer drey gemelten säulen, so auf einem blaz nit weit von einander stehen, hab ich noch zwo andere in der stadt gesehen. Eine, wo sonsten die teütsche podtschaffter zu wohnen pflegen, nechst bey dem han, die ist von braunem porphyrstein in die rundierung gemacht, von einem einigen stuckh, sehr hoch wie ein thurn, welcher stein ieziger zeit, wie man sagt, nit mehr arbeiten kan. Auf dißer säulen sol vorzeiten die bildnus Apollinis, darnach Constantini Magni unnd lezlich des elteren Theodosii bildnußen gestanden sein. Dise aber alle seind entweder von starckhem wind oder erdbiden herunder gefallen. In dißer säul ist ein schrifft, vast ganz auß dem regen unnd anderen ungewiter erloschen, das man es kaum leßen kan, mit dißen worten: το ϑέον εργον ένδαδε φϐαςεν χςόνω νεόι Μανϑγλ ένϐςζγς άυτοχεατος; daß ist: diß godtliche werck zugegen, so alters halb schier zerfallen, hat der gottseelige kayßer Imanuel wider erneuert. Sye ist, Busbequius meldet, nicht auß einem stuckh, sonder ist ohne das fundament mit 8 großen porphiersteinen zusamen gefuegt, also künstlich, das es, so man sie anschaut, einem stein gleich siht. Dan alzeit, wo ein stein auf dem anderen ligt, ist ein eißeren reiff darumb, das man die ström wegen der reiffen nit sehen kan. Sie ist auch von dem erdbiden sehr erschitert, dahero sye vil riß unnd brüch bekommen, darumb, wie etliche meinen, dem völligen ruin vorzukommen, seyen diße raiff daran gelegt worden.",
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            "ner_text": "Daß die Türckhen also streithbare eißenbeißer seyen, wie man in Teütschland vermeint, ist deme bey weitem nit also. Dan etliche, ehe sye den nammen eines Türckhen recht hören, wil geschweigen die vor augen sehen, bekomen sye einen großen schreckhen. Der Türckhen frecheit unnd gurasche ist fürwar schlechtlich. Unnd wirdt auch unerhört sein, das die Christen iehmahl ein schlacht mit den Türckhen gethan, wan beide theil an volckh gleich gewest sein, das die Türckhen die Christen überwunden haben. Dan wofern sie mit ihrer sterckhe des volckhs nit 3 oder 4 mahl an unß uberlegen sein, werden sie so leichtlich sich mit unß in kein schlacht einlaßen unnd ist ihre ganze herzhafftigkeit in der menge ihrer volckher gelegen. Wan nur ganz Teütschlandt unnd die ksl. Erbländer sich mit einander vereinigten, theten sie die türckhische merheit noch ubertreffen, dan Teütschland bey den Römeren officina popularum genendt worden, welches aber iezund ein zeit hero durch lang wirigen krieg, sterbendt und hunger augenscheinlich abgenomen. Doch an städten, märckhen unnd fleckhen ist kein mangel nicht unnd reißet einer kaum auß einem dorff, so kombt er in ein anders. Und so es ein wenig eben ist, sicht er in einem umbkreiß vil schöne bewohnte fleckhen unnd schlößer; der gleichen aber in Türckey nicht, Nota bene dan von Wien biß nach Constantinopel rechnet man 350 oder, wie andere wollen, 300 gute teütsche meilen. Auf dißem weg haben wir nit über 12 klein und große namhaffte städt angetroffen. Da wir durch Bulgaria reisten, haben wir in 3 tagen nit mehr alß 5 kleine dörffer gesehen und zum theil darin loschiert. Da kan iezund ein ieder bey sich selbst erachten, so er in Teütschlandt solt 350 meilen reißen, waß für vortreffliche städt, wil geschweigen der märckh, schlößer unnd dörffer wurden einzusehen vorkomben. Soll sich derohalben ein Christ vor keinem Türckhen entsezen unnd erschreckhen, unnd sich in fahlle der noth ritterlich unnd unverzagt gegen ihme wehren, damit das christliche bluet nit umbsonst vergoßen werde.",
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            "ner_text": "Waß aber reiche, vornembe persohnen seind, die laßen tieffe stainerne kasten von marmorstein hauen, wie sonsten die gräber, seind einer elen oder mehr hoch. Ober halb der erden an dem haubt sein runde, marmorsteinerne seülen, eines manß hoch unnd eines schenckhels dickh. Oben auf ein türckhischer bundt außgehauen, an der säul herumb seind schöne arabische schrifften unnd sprich auß dem alcoran von erhabter arbeit zierlich gehauen. Die buchstaben seind mit goldt unnd anderen schäckhächten farben geziert. Sye brauchen keine wapen oder bildnußen wie wir Christen. Etliche laßen an stadt der runden seülen ein breite marmortaffel meiner handt dickh unnd eines mans höch durch auff seind gehen, darin auch etlich sprüch unnd schrifften gehauen seind. Andere füllen den marmorkasten Ein türckhischer pfaff. Im Vordergrund ist ein Mufti zu sehen, im Hintergrund unterhalten sich zwei Soldaten. Die Darstellung besteht aus zwei Bildhälften. In der oberen Bildhälfte ist ein Leichenzug dargestellt, an dem viele osmanische Würdenträger teilnehmen. In der unteren Bildhälfte sind ein Sarg sowie eine Grabstätte zu sehen. Der Türckhen begräbnus. Der vornemben herren capellen. auß mit erden ohne ein deckhel, da pflanzen oben darauf des verstorbnen weib oder töchter schöne bluemen. Ich hab auch auf etlichen eines manß hoch roßmarin steckh gesehen, etliche aber deckhen die kästen, darin der cörper, mit einem großen stein zu unnd thun auch kein erden hinein. Wegen dißer ursach, damit, wan der böse geist den leib wegen seiner laster anklag, das er sich desto kuenlicher aufrichten unnd sein sach vor Gott sizend oder stehend verrichten köne.",
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            "ner_text": "Die großen herren aber, alß bassa, vesier unnd andere ihres gleichen, stifften oder laßen bei lebzeitl schöne tempel mit brunen, weiten vorhöffen und spital bauen. Darneben ein besondere capellen, darin sye nach ihrem todt zu ruehen begehren, auffzurichten pflegen, deren sehr vil ihnen unnd außer Constantinopel zu sehen seind.",
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            "ner_text": "Uber etlich tag hernach kommen dan des verstorbnen weiber unnd töchter mit ihren gespilen, verrichten ihr klag bey der begräbnus, fragen den todten, Nota bene „waß hast darmit gemeint, daß du gestorben bist, hast du doch eßen unnd guete auffenthaltung gehabt, bist auch von mir, alß deinem weib, lieb und werth gehalten worden. Wer wirdt sich hinfiro meiner also annemben, wer wirdt mir also guts thun, wie du gethan hast“, unnd führen die nerrächten weiber dergleichen klag, alß wan es bey dem man zuleben oder zusterben gestanden wehre. Sie bringen auch ein opffer, alß brodt, käß, ayer, fleisch etc., legens zum grab, vermeinen, es solle ihm zum besten kommen, welches hernach die hund, vögel unnd ameißen genießen.",
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            "ner_text": "So man einen todten hinauß tragt, brummen die pfaffen ihr gebet über ihn, tragen das theil, wo der kopff voran, und lauffen wie gemelt nit anderst, alß wan sie den todten gestohlen hetten. Die bahr ist bedegt mit einem roten oder grünen seiden tuch, darauf hangen schöne fazenetel oder diechel mit silber, gold unnd seiden genähet. Zuforderst darauf stehet ein bund mit fedren oder auch ohne fedren.",
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            "ner_text": "Eß pflegen auch die orientalische völckher, so an dem meer wohnen, daß salz also zumachen: Sye graben an dem gstadt des meers ein weiten grueben, ungefahr eines mans tieff, darein richten sye daß waßer auß dem meer. Solches wirdt von hyz der sonnen zu guetem salz, dan wegen der hiz und gesalzene meer waßer ziecht sich oben auf das salz zusamen wie ein eyß. Da nimbt unnd schöpfft mans ab unnd also nach und nach biß das waßer in den gemachten grueben endtlich zu lauter salz wirdt etc.",
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            "ner_text": "Wan das nachtmahl für über, welches sich weit in die nacht verweilt, da nemen die gäst ihren abschied vom breitigamb. Dißer verfüegt sich in sein gewehnliche kammer, welche mit geligeren bolsteren, tebichen stadtlich zuberait ist. Alßbaldt wirdt durch etliche weiber, der braut besten gespile, die braut in gedachte des breitigambs kammer mit vilen scherz- unnd schimpffreden gestoßen. Endtlich gehet iederman zuhauß unnd wird die hochzeit damit vollendet.",
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            "ner_text": "Ob der pestilenz unnd anderen erblichen gifftigen kranckheiten tragen sye kein abscheüen. Vermelden, es werde einem ieden, so bald er geboren wirdt, an die stirn geschriben, wan oder wie und wo er sein leben enden müeße. Dahero die kranckheiten unnd böße lüfft zufliehen vergeblich unnd umbsonst seye unnd Gott wiße einen aller orten zufinden. Dißer teüffliche aberglauben macht, das sie in dem kriegen beherzt werden unnd dardurch schon vilmahl in einbildung deßen von den Christen die victori erlanget.",
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            "ner_text": "Ich hab auch nit underlaßen wollen zubeschreiben die todten klag der Georgianer, so zwischen der Meotischen unndt Hircanischen Seen wohnen. Die pflegen ihre verstorbne dergestalt zubedauren: Erstlich legen sye den todten auf ein tebich, mit kleideren angethan. Neben dem selben ein säbel unnd bogen wie auch bey den Moschcowiteren unnd Rußen breüchig; reden den todten ahn: O wie ein unerschrockhner held bist du geweßen, wie rund unnd fertig warest du mit deinem säbel, wie haben sich deine feind ob deinem heldenmueth unnd khünheit entsezt. Nun aber, so sye es ihnen werden, das du den bogen, säbel unnd spieß nimmer kanst unnd magst führen, werden sye sich deines todts höchlich erfreuen.",
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            "ner_text": "Iezund will ich über den meerhaffen oder Sinum Ceratinum fahren, nach dem ich mich in der stadt Constantinopel zimlich lang umbgesehen. Nun wirdt under der stadt Constantinopel begriffen die stadt Gallata, gleichsam alß ein vorstadt über dem meer gelegen. Diße stadt wirdt griechisch Pera genandt oder vilmehr Perea, das heist überfahrt. Gallata heist sye von den alten Teütschen, den Gallen, die könig Brenner an diße orth gebracht, an welche dan in dißem orth der heillige apostel Paulus die epistlen an die Gallather geschriben. Die stadt Gallata ligt halb an der ebne, halb auf einem berg; ist mit einer ringmaur umbfangen, hat im umbkreiß drey italianische meil; ihr vorstadt aber streckht sich an Pontum Euxinum ein gute teütsche meil hinab. In beyden orthen, ihn unnd vor der stadt, wohnen mehrentheil Griechen, die sich von der fischerey vast alle ernähren. In der stadt seind vil uhralte heüser, die noch zur zeit der Genueser nach italianischer manier gebaut worden. Die sein sehr hoch, von lauter stein, aber alters halb baufellig. Neben den Kriechen, Türckhen unnd wenig Iuden wohnen auch kauffmansleüth, so von Venedig, Holland, Engelland unnd Franckhreich ihr gewerb treiben unnd die kauffmanswahren in andere länder befürderen.",
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            "ner_text": "Von ihres falschen propheten Machomets ankhunfft sprechen sye, er seye von vornemben elteren zu Mecha im glückhseeligen Arabia gebohren. Er habe bey 40 iahr sein leben zuegebracht mit kauffmanschafft, da seye ihme auf ein zeit der engel Gabriel (auf den die Türckhen vil halten) erschinen. Der habe ihn zu einem propheten unnd diener Gottes bestelt unnd das heilige buech, den alcoran, übergeben. Auch ihn zumahl mit großer weißheit begabt, daß er alle geheimnußen im curan verstehen köndte. Im iahr nach Christi geburth 630, im 19. iahr der regierung des kayßers Heraclii, ist Machomet, das teufflische monstrum, gebohren worden.",
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            "ner_text": "In der ersten bettzeit fallen sye virmal auf das angesicht zur erden, in der anderen stund 10 mahl, in der 4. 8 mahl, in der fünfften fünfmahl, unnd so offt sye auf daß angesicht den langen weg niderfallen, widerholen sye diß gebett: O Gott, siche gnädiglich auf unß, deine knecht. Wils du unß etwas befehlen, so wollen wir dir gehorsamb sein. Lehre unnß, herr, deine weeg halten, daß wir nit in irthumb gerathen. Sye bitten auch Godt umb verzeichung der sünden unnd umb zeitliche wollfahrt unnd betten, das Godt die Christen und die nit des türckhischen glaubens sein, zu erkhandtnus ihres glaubens bringen wolle. Sonderlich betten sye auch, das Godt die christenheit nit wol laßen undereinander einig werden, dan sye halten darfür, welches auch war ist, wan die Christen undereinander selbst einig wehren, möchten sye von deren gewalt und macht nicht bestehen.",
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            "ner_text": "Ehe sye sich aber zur kirchen versamblen, pflegt ein meschkin oder türckhischer pfaff von dem kirchenthurn zu 4 orthen überlaut zuschreyen ein spruch auß dem curan, dan sye ihrem gesaz nach keine glocken haben. Unnd an ihrem Sabath, welcher auf unseren Freytag fählt, pflegen etwan 5 oder 10 solcher meschkin oder iunge studenten miteinander mit erhebter stim bey einer viertel stund auf dem thurn zuschreien. Alßdan wirdt daß geschrey mit dißen worten beschloßen: Alla ikewar, la he la he illelah, veeschedu en la illahe ille la, veschdu en Muhameden resullula, daß ist: Ich bekhen, daß nur ein Godt sey unnd Machomet sein prophet, unnd schreien widerumb: Haia alesselah, haio elelphala, daß ist: Kombt hero, damit ihr aller forcht abkombt. Nach vollendtem geschrei gehet vast iederman in die kirchen. In dem kirchhoff, in welchen alzeit auch brünnen sein, waschen sie sich zuvor wie gemeld worden. Waß aber nicht in die kirchen kombt, daß verricht sein gebett zu hauß.",
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            "ner_text": "Die weibs bilder derffen in kein kirchen gehn, eß sey dan, das sye sehens halber, wan kein gottesdienst gehalten wird, hinein kommen. Sye verrichten aber in den heußeren, wo sye wohnen, allerdings ihr gebedt, wie die mäner in der kirchen pflegen, dan die Türckhen halten nicht darfür, das die weiber seelig werden, oder so sye ieh seelig werden, kommen sye in des himmels vorhoff oder vorhimmel, darin die fromen aus den Christen verordnet seind. Die kirchen ist darumb den weiberen verbodten, damit die mäner in anschauung derselben keine böße lust bekommen unnd in ihrem gebet nit distrahirt werden, dan sye sagen, es sey unmüglich, das einer ein schön weibs bild anschauen köne ohne begirligkeit des fleisches. Darumben auch die türckhischen weibsbilder ganz verdegt im gesicht hergen, daß keiner nit kan wißen, ob eine alt oder iung seye. Doch kann mans kaum ein wenig am gang unnd händen unnd augen erkhennen, dan so sye unverdegt giengen, weren sye von dißen ungeheüschen hunden nicht sicher auf den gaßen. Damit ich mich aber nit länger mit den weiberen aufhalte, will ich wider zu der Türckhen gebet schreiten. In deme komen die Türckhen allzumahl vast überein, daß sye nicht wißen, waß sye bedten, dan all ihr gebedt unnd Gottes dienst verrichten sye in arabischer sprach, die der hunderste nit verstehet, doch erzeigen sye sich gar eifferig unnd andächtig, wie aller heüchler oder gleüßer brauch ist.",
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            "ner_text": "Sye brauchen in ihrem gebet auch rosenkranz, die sye thesbisch nennen, daß ist Gottes bekhandtnus. Ein solcher thesbisch wird in drey theil underschieden. Ieder theil hat 30 ringlein oder kügellein unnd lautet die erste ordnung also: Suub han alla, welches sye 30 mahl repetiren, daß heist ein unbegreifflicher Gott. Der ander lauth: Elhem du lila hi, wir sagen dir dankch. Der 3.: Alla ikewer, Gott du bist allmächtig. Sie pflegen Gott keinen vadter zunenen, dan sye sprechen, dißer nam sey den ehren Gottes zue gering, weilen er unß nit wie ein natürlicher vadter erzeügt, dan wir seyen auf dißer erden nit wirdig, das wir kinder Gottes genendt werden. Unnd weilen er kein weib gehabt, sey er auch nicht unser vadter, sondern Adam. Man solle Gott solche titel geben, die seiner maystet gemäß sein, alß heilliger, gerechter, allmächtiger etc.",
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            "ner_text": "Von den ubrigen puncten des gebets Christi halten sye also, daß diße bit sol außgelaßen werden: zukomme unß dein reich, dan Gott hersche ohne diß in allen orthen über unß. Vergib unß unser schuld, das seye gar recht, der ander zusaz aber, alß wie vergeben, gehöre nicht daher, dan diß heiß, Gott dem allmächtigen maß und ordnung fürschreiben. Er wiße woll, waß er thun solle. Im täglichen brodt soll man allein geistliche seelen speiß unnd erkhandtnuß Gottes verstehn, dan Gott gebe die zeitliche narung ohne unser begehren allen creaturen, unnd Gott müeße unnd seye schuldig, den menschen zuernähren, weilen er ihn erschaffen. Dahero sye auch kein gebett vor oder nach dem eßen zusprechen pflegen. Sie prangen mit ihrem gebett unnd roßenkränzen auf öffentlicher gaßen unnd straßen. Wan sye uberland reißen unnd ihr bettstund zu sein vermeinen, steigen sye im freyen feld ab dem pferdt, führen auch waßer mit sich, thun sich waschen unnd verrichten ihr gebedt. Die seind rechte gleißner, ihr äußerliche andacht, schein unnd wandel hat ein solches frombes ansehen, das kein wunder ist, daß so vil leüth verführt unnd betrogen werden etc.",
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            "ner_text": "Zum endt des gebetts pflegen sye auf beede seithen starckh umb zusehen. Darnach sezen sye nider, sprechen slunge slunge bey 40 oder mehr mahlen. Sie grießen unnd favorisieren den beeden englen, dem gueten unnd bößen genio. Der guete, wie sye vermeinen, stehe zu der linckhen, der böße aber zu der rechten. Zur linckhen reden sye den guten engel, alß wan er da stunde, mit freindlichen worten ahn, sprechendt: allahe illela. Darnach wenden sye das angesicht gegen der rechten und widerholen diße wort: allahe ille la, aber ganz ungestim unnd schnarchendt, alß wan sye den bößen engel wolten an den halß schlagen. Daß widerholen sye offter mahl. Ich hab in der hinein reiß zu Ponte Piculo an ihrem Sontag oder Sabath solchem ihrem gebett unnd gauckhelwerckh zugeschaut unnd alß sie nach gewohnheit ihres gebets also türmisch unnd zörnig etlich nach einander umbschauten, vermeinte ich nicht anderist, alß es gienge mich an unnd gieng auch gleich darauf zum tempel hinauß. Uber etlich tag hernach hab ich erst gemerckht unnd verstanden, das ich betrogen sey worden in meiner meinung, und solches umbschauen bey ihnen breüchig sey, damit sye dan auch ihr gebett endet.",
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            "ner_text": "So baldt sye das gebett anfangen, greiffen sye mit beyden daumenfingeren an die ohren, gleich wie die Teütschen einem den narren stechen. Darmit wollen sye anzeigen, das sye nichts irdisches hören, sonder Gott allein die ohren öffnen unnd ihme aufmerckhen. Zum anderen steckhen sye beyde daumen under die girtel vorn werz und neigen sich ein wenig. Zum driten buckhen sye sich unnd greiffen an die knie. Zum vierdten sizen sie nider, das sye auf den versen oder waden sizen. Zum 5. fahren sye mit den händten über das angesicht unnd bart, zum 6. legen sye sich nach der lengst auf das angesicht etc.",
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            "ner_text": "In ihrer kirchen ist kein stuel, sonderen vast alles lähr. Der boden ist mit däckhen von rohr gemacht bedegt, darauf mehrentheil tapecerien ligen. Kein gemähl oder bildnus findt man nicht darin, sonderen vil lämpen hängen an langen unnd runden eißenen stangen von dem gewölb herab, 2 manß hoch von der erd. Alzeit zwischen 2 oder 3 amplen ist ein straußen ey oder ein gläßerne spiegel kugel. Dise spiegel kugel ist auch ein stuckh des Gotts dienst, in deren sye sich beschauen unnd Godt für ihr leib unnd leben danckhen. In und außwendig an den wänden sicht man gemeiniglich sehr grose arabische buchstaben unnd auch schrifften diß inhalts: La he la he illela Mahomeden resullula etc., das ist: Gott ist Gott unnd Machomet sein prophet. In der kirchen ist auch wie ein kanzel und etlich staffel, da man hinauf gehet. Unnd gehet bißweilen der pfaf ein staffel hinauf, bißweilen wider herunder; waß es bedeüt, hab ich nicht erfahren könen. Wan einer zu spat in die kirchen kombt unnd hat der anderen anfang versaumbt, fangt er ein besonders an, last die anderen in ihrer gauckhlerey fortfahren unnd macht seine fechters boßen besonder, unnd so einer den geringsten actum, so nicht zum gebett erfordert, begeht, alß so er in dem kopff krazte oder ein lüftel von ihm gieng, muß er zu der kirch hinauß sich widerumb waschen unnd widerumb von neuem anfangen. Dan sye sagen, wan einer mit einem bassa etwas reden müeße, erzeige er sich so gravitetisch, alß er ihmer könne, unnd vil mehr solches sol er vor Gott, seinem erschaffer, thun.",
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