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            "ner_text": "Servia Den 14. seindt wir über ein brückhen, darunder der fluß Nissa flüest, gefahren, und in Bulgariam kommen. Darin wir ungefer ein meil gereist, haben wir das gebürg Haemum, Montes Haemi so ser hoch und spizig, darauf vorzeiten könig Xerxes auß Persia gestigen, daselbst auf der hohe des gebürgs sein volckh, Xerxes so ungefehr 10.000 man starckh, gewest, und in thal randevous gehalten, angeschaut. Weinend diße wordt geredt: mir ist laid, daß über 100 iahr keiner mehr auß dißem volckh leben solle.",
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            "ner_text": "Hier haben wir auch gesehen die selzame trachten der bulgarischen weib und mans persohnen. Waß iunckhfrauen seind, haben vil pfaben fedren, runde spiegel und ander sachen haben sye auf dem kopff. Auch ein grosen buschen roßhar, so schen aufgethailt und subtil in etlich underschidliche kleine zepfflein geflochten, das hängt über den ruckhen herunder biß auf die waden, daran hanckhen gelbe raitpfening, underschidlich geferbt, glaß spiegelscherben und andere scheinende sachen für ein zier daran haben, ob es schon schlecht ist. An den ohren, vornen auf den brüsten oder umb den halß und auf der scheitel haben sie allerlei meßing, auch was ein wenig etwas vornembs, silberne geltsorten dickh aufeinander herunder hangen. Darmit brangen sie und will ein iede ihr reichtumb sehen laßen. Die weiber tragen langleinwole diecher uber den kopff, auch mit solchen geltsorten und armband, aber nit so reichlich wie die iunckhfrauen gezieret. Sie haben schier nichts am leib alß ein leinwat grob hemmet oder rockh, das ist mit underschidlichen farben reichlich außgemacht. Das halten sye auch für ein große zierdt. Die mann und bißweilen die weiber tragen grobe graue oder weiße zottente klayder. Diße iunckhfrauen seind auch etlich überdiemaßen schön von leibsgestalt und betragen sich in eßen und trinckhen ellendiglich. Und werden under dißen noch etliche gefunden, die auß den vornembsten griechischen stammen herrühren und auch von königlichen geschlechteren herkomen. Diße werden dan einem groben bauren dölpel verheürath. Da sye doch von leibsgestalt so schön und zart, das ich mich ser darob verwundert.",
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            "ner_text": "Aller orthen ist under den armen underthanen wegen der stätten durchzug und unerträglichen anlagen ein großes ellendt. Vil entlauffen uber die Thonaw in die Walachey, verlaßen ihre heüßer, das ganze dörffer ödt und lähr stehen. Weilen aber die Porten an den walachischen fürsten, die underthanen oder für diße größeren tribut begehrt, seind sye von dem fürsten widerumb geliffert und nach Constantinopel zum ruederen auf die galleren geführt worden etc.",
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                "text": "Aller orthen ist under den armen underthanen wegen der stätten durchzug und unerträglichen anlagen ein großes ellendt. Vil entlauffen uber die Thonaw in die Walachey, verlaßen ihre heüßer, das ganze dörffer ödt und lähr stehen. Weilen aber die Porten an den walachischen fürsten, die underthanen oder für diße größeren tribut begehrt, seind sye von dem fürsten widerumb geliffert und nach Constantinopel zum ruederen auf die galleren geführt worden etc.",
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            "ner_text": "Papasli Den 26. seindt wir zu Papaßli in einem dorff angelangt, da weder mensch noch vich verhanden. Dan weilen etlich 1.000 man hier auf Constantinopel durchraißen solten, mit den Venetianeren zustreiten, darumb die bauren sich in die nechst umbligenden berg, biß nach vollendtem durch zug, aufgehalten haben, dan es sein die türckhischen soldaten in dergleichen feldtzügen so insolent, daß sye feindt und freindt antasten und berauben. Da wir gegen tagszeit aufbrechen wolten, entstunde gehling ein brunst in der schiausen quatier, die von dem vesier zu Offen unß zugeaignet worden. Diß ienige lähre hauß ist auf dem boden durch verwahrloßung der schiausen abgebrunen und sonsten niemandt kein schaden gebracht.",
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            "ner_text": "Den 27. seindt wir zeitlich aufgebrochen und dißen tag mehr dan 50 beladner camel gesehen. 36 aber nechst neben unseren wägen vorbey gangen, die haben underschidliche waren von Babilonia nach Sophia getragen. Sonsten haben wir ser vil in Türckhey gesehen, die man gemeiniglich zum raißen, nit allein darauf zu reiten, sondern auch kauffmanes gueter zu führen braucht. Ein cameel volbringt in einer tagreiß mit seinen langsamen, iedoch weiten schrieten zehn teütsche meil und tregt ein last bey 14 centner. Hat auch diße arth an sich, wie Plinuis sub 8. C. 14. deßen gedenkht, daß er im nit mehr last aufladen alß seinen kräfften gemäß. Und so man ihm nur 3 oder 4 pfund mehr dan sein vermögen ertragt aufladt, kan man ihn von der stell mit guetten oder beßen worten undt streichen nit aufbringen. Dan ehe sye beladen werden, legen sye sich nider auf den bauch, und so sye beladen seind, wie es auf sye gehört, stehn sye auf. Und wil der cameeltreiber, daß der zu vil beladne cameel aufstehe, so mueß er, waß überladen, herunder thun. Ich hab auch gesehen, wie einer ein cameel bei dem halß gehalten und darauf gestigen. Hat daßelbig starckh darwider gebrült. Das cameel kan vier tag ungetrunckhen verbleiben und so es zu einem waßer kombt, macht es daßelbig zuvor mit den fueßen trüeb, und tringt alßdan überflüßig und fir den zukünfftigen durst.",
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            "ner_text": "Virobo Den 28. Februarii seind wir bey einem schönen hann und tempel, Virabo genand, vorbey gefahren und nach überstandnem üblen weg zu Hermanli, in ein stätl im thal gelegen, ankommen. Alda in ein extraordinari schöne carabansarai einquatiert worden. Hermanli",
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            "ner_text": "Den 3. Martii, ein halbe stund von Hadrianopel, türckhisch Endrene, komen unß zuempfangen vil vornembe Türckhen entgegen. Die belaiteten unß über ein schöne bruckh, so nicht anderst ist geweßen, alß wan einer in ein lustgarten herein gienge. Alda der fluß Maritza und Hebri, wie auch Tunsa und Harda, die waßer zusamen- und volgents in Mare Aegaeum fließen. Mariza, Hebri, Tunsa, Harda, Hunii Da wurden wir biß in han beglaitet. Die gaßen und bläz, da wir voriber gefahren, seindt vol weib und manß persohnen, die unser ankunfft zusehen verlangten, gestanden. Diße statt, ehe sye von dem kayßer Hadriano den namen empfangen, ist sye Oresta genandt worden. Adrianopel Sie ist ser groß und alle sachen vil wolfeiler alß zu Constantinopel zubekommen seindt.",
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            "ner_text": "Den 10. Martii seind wir zeitlich aufgebrochen und nach mittag an daß meer Propontis kommen. Mare Propontis Da gleich unser etlich ab den wägen gestigen und an gestat des meres geloffen und underschidliche muschel undt schwamen aufgehebt. Auf den sandt oder gestatt ligen allerlei muschel, schneckhn und andere sachen, so das meer auswirfft und ser zierlich zu einer crato zu bauen weren. Siliveria oder Silimbria Gegen abents seind wir auf Selimbria, Silembria, oder Siliveria kommen. Ist ein uhralte stadt, hart an dem meer gelegen. Hat mir sehr wolgefallen wegen des lustigen prospects und situs, der alda ist. Hier ist auch ein schöner han und moschgea, beisammen mit blei bedegt. Hier sicht man auch underschidliche schiff auf dem meer hin und wider fahren, und eß sagen die schiffleit für gewiß, daß ein lastschiff oder naven mit mitelmaßigen windt in einer stund 8 wälsche meilen fahre, mit guetem windt aber 12, mit einer fortuna oder starckhen windt 20 meilen fahren mag; also das mit mitelmäßigen windt in 24 stunden oder tag und nacht 48 teutsche meilen khönen volbracht werden im fahren, mit gar guetem windt in tag und nacht 70 teutsche meilen, mit fortuna aber schier 126 meilen etc.",
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            "ner_text": "Den 15. Martii 1649, ungefehr ein halbe stund vor der stadt, von unserem commissario, so von Ponte Grande voran geridten, neben etlich vornemben Türckhen und herrn internuntius alten, gueten freinden freindtlich empfangen. Und ist ihr gnaden auf einem wolgezierten ksl. pferdt in beglaitung 60 oder mehr chiausen mit gueter ordnung biß in unser, am meer ligendes losament zu Ballato außer der stadt statlich introduciert worden, welches ihr gnaden zum absonderlichen wohlgefallen concediert, aldie weilen die anderen potschaffter aigentlich im hann und anderwehrts niemahlen logiert worden.",
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            "ner_text": "Diße ianitscharen haben große freiheit also, daß wo sye einem zur guardi zugeordnet werden, denselben darf niemandt belaidigen, ob schon andere ianitscharen einen, der ein solchen beglaitsman bey sich hatt, wolten ein spot beweißen, derffen sye nit, dan sye wollen ihr ansehen undereinander nit selbst ringeren oder minderen. Sye seind gewiß beschaidne kriegsleüth und dapfer von der faust. Deren seind vil 1.000 in ganz Türckhey etc.",
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                "text": "Diße ianitscharen haben große freiheit also, daß wo sye einem zur guardi zugeordnet werden, denselben darf niemandt belaidigen, ob schon andere ianitscharen einen, der ein solchen beglaitsman bey sich hatt, wolten ein spot beweißen, derffen sye nit, dan sye wollen ihr ansehen undereinander nit selbst ringeren oder minderen. Sye seind gewiß beschaidne kriegsleüth und dapfer von der faust. Deren seind vil 1.000 in ganz Türckhey etc.",
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            "ner_text": "Die ksl. burg oder palast, den die Türckhen seraia nennen, ligt an einem lustigen, bequemen orth der stadt. Da sihet man auf das Weiße und Schwarze Meer, Pontum Euxinum und Bosphorum Thracicum, und gegen dem Bosphoro über in Asiam Minorem. Und stöst daß seraia an beeden orthen an das meer. Eß hat in seinem begriff vast ein teutsche meil. Eß seind darin vil underschidliche, doch unordenliche gebey, alles mit bley bedegt, außgenomen ein einiges hauß, so uberdiemaßen schön und hoch, mit lauter quaderstuckhen gebaut. Diß ist ebenfahls mit blei bedegt und ein zierliches werkch.",
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            "ner_text": "Alß nun der baylo des tags hernach zu dem vesier kommen und ihme im namen seiner Republica endeckht, wie das die selbe zwar einen beständigen friden einzugehn und solchen wie vorhero - also noch verbündtlich - zuhalten allzeit willig seyn, man müeste aber Canea, Retimo und andere abgewohene orth widerumb abtredten und ihnen Candia völlig cediren, widrigst fahlß sye keinen friden verlangten, sonderen allem feindtlichen widerstandt zubegegnen entsinnet wehren. Worauf der vesier gesagt, so habt ihr nun bißhero mit der Porten so falsch gehandlet, von einer zeit zur anderen vertröstung geben, alß ob man sich accomodiren wolle, nur ihn dißem ende, damit man unß und unsere macht suspendierte. Ließe hierüber ihme, baylo, mitsambt seinem dragoman und bey sich habender familia intuperosamente durch die schergen ergreiffen, nebens albereith vor augen stehenden prüglen. Eben alda in ein abscheüliche, maleficische gefänckhnus werffen, baldt hernach mit einem barbarischen geschrey widerumb herauß züehen. Ihme baylo zwar, und den principal dragoman, Antonio Grillo, ledig, den Ballerino aber, der Republica secretarium, den der vesier ohne bandt gesehen, ließe ihn, gleich den anderen, ein eißnen ring an den halß legen und also ineinander gehangen, spodtlich zuefueß durch Constantinopel biß ans meer und volgents in den Schwarzen Thurn führen. Der capellan und andere mehr, so zu hauß verbliben, seind ebenmeßig baldt darauf gefänckhlich ergriffen und im pandten zu ihrem herren gelegt worden. Nit allein des baylo, sondern auch des Grillo logiament hat man ungeacht sein weib und kindt incontinenti so gar von kuchelgeschir spoliert, volgents gespert und verpötschiert. Zwe des Grillo schlavin vor den vesier geführt, die einen wider entlaßen, die ander aber, pro examine und etwa verborgen gelt zuerforschen, auf etlich tag hinderhalten etc.",
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            "ner_text": "Den Grillo rueffte man in der nacht allein herunder, alß ob er zum vesier solte. Wurde aber in der still crudel stranguliert, hinauß auf das feldt geworfen und so vil, daß er nit gar bloß gelegen, mit etwas wenig erden bedegt, weilen nun dißer actus in die länge nit verhalten köndte werden, spargierten die Türckhen, er ware die stiegen eingefallen und wolt der vesier auf kein weiß nit leiden, das man sagte, er seye dergestalt hingericht worden. Sintiemahlen es nunmehr geschehen, und das leben unwiderbringlich, haten die befreindten, ihme die lezte ehr zuthun und honorabl zu conducieren, den cörper auf intercession des französischen pottschaffters widerumb außgegraben und zu Gallata widerumb ehrlich begraben worden etc.",
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            "ner_text": "Dißer könig, nach dem er von seinem elteren sohn des königreichs beraubt und sambt dem iüngeren ins ellendt verstoßen, name sein zuflucht zu dem khönig in Persien; badte umb gnad und trateniment, welches ihme dan auß höchster compassion ervolgt, und alß balden ein gebührende aufenthaltung verschafft worden. Eß wolte aber der undanckhbare sohn bey dißer impietet nit beruehen, sonderen importunierte den könig in Persien continuo, er wolle ihm seinen brueder todt oder lebendig schickhen und den Entwurff und kurtze vorstellung deß höchstgefährlichen seetreffens, so sich zwischen der glorwürdigen herrschafft von Venedig und der türckischen schiffarmada bey dem asiatischen meerhafen zu Foggia umb die helffte des Mayen dieses 1649. iahres begeben; worinen diese biß auff etwan acht galeren gantzlich zernichtet, von ienen aber mit allein 19 galionen und etlich wenigen fusten die victorii glücklich erhalten worden. Huictain. Wann Gott spricht, so geschichts, wann er gebeut, so stehet es da, wan sich der feind hochmutig, stoltz auffblehet, so weiß der Herr ihm wohl in maul ein harts gebieß und ein ring in die nasn zulegen, wie der rieß, der tolle Goliath, dem zeug des Herrn gesprochen, hohn, spott und schmach, so hat der Herr sich hier gerochen an diessen christenfeind, das ungestimme thier, daß seine stoltze welln sich mussen legen hier. C. R. V. N. Die Darstellung wurde im Nachhinein eingelegt. Sie zeigt die Seeschlacht um Foccia im Jahr 1649. Venezianische Flotten greifen osmanische Truppen in der Bucht bei Izmir an. vadter nit fehrner im landt getulden. Warüber der vadter obberührten gesandten zu dem sultan umb schuz und protection geschickht; nit, das er widerumb zu seinem königreich verlangte, sonderen allein dißes, so er aniezo per favore hadte, mit rueh genießen khönde. Inmaßen dan der sultan an dißen ungehorsamben sohn ein schreiben mit bethroungen abgeordert und an den könig in Persien zu des alten königs und seines iüngeren sohns mehreren trost ein recommendation ertheilt.",
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            "ner_text": "Nach dißem gnandten ceremonien sein sye mit zweymal loßbrenung des geschüz den Dardanellis zugefahren. Die Venediger haben den ganzen winter bey Dardanelli vor der bocca mit etlich undt 20 galleonen gehalten, niemandts auß oder ein gelaßen und obgedachter schiff flotta den paß zu schließen vermeint, da sye aber ankhommen, seind diße venedische galleonen alßbalden gewichen, also, das die türckhische armada salvamente durch passiert, welches under den Türckhen ein große freudt und zum theil wol auch eine zimliche hoffart verursachet, wie sye dan dem ienigen salackhen, so die zeitung gebracht, den 8. Maii in publico divano einen cafftan angelegt und nit anderst vermeint, das spil gwunen und Candia nunmehr genzlich erobert seye.",
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            "ner_text": "Den 19. Maii darauf, da ihr gnaden glaich auf sizen und zur audientz zum vesier solle, auch wir alle gerüst waren, kame post, das gestern gar spath bey der Porten zeitung eingelangt, das ihr schiff armada von den Venetianeren geschlagen unnd der resto übel tractiert in dem porto zu Foccia eingeschloßen. Der capitan bassa lamentierte wegen übler disposition unnd außmundierung wider den groß vesier. Dahero er eilendts zu dem sultan in das seraglio müeßen unnd seye zu besorgen, er möchte villeicht nit mehr nach hauß kommen. Stehet kaum ein stundt an, kombt eine andere post: Der vesier, Kerkes Mehemet Bassa, des vesierats enthept, seine guedter, hauß unnd hoff confisciert unnd an deßen stadt Murath Aga, capo von ianitschar aga, vesier sey worden. Etliche wolten ihn für verlohren oder stranguliert halten, etliche, er seye 6 meil von hinnen ins exilium geschickht wor. Sein kehaia oder hoffmeister, so man in der flucht erdapt unnd in arrest gehalten, solle außsagen, welcher orthen das gelt hin unnd wider verborgen lige.",
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            "ner_text": "Dißer groß vesier bemüehete sich unter anderen mitlen gelt zu machen, auch die underhabenden bassa oder vesier zu refermiren, maßen er dan die bassa zu Esrum, Aleppo, Damasco, Ierusalem und anderer orthen mehr abgesezt unnd an deren stel andere installiert. Der zu Ofen besorgte sich auch, hat aber an seinem weib, die eine sultana und bey der alten valida wol angesehen, eine guete helfferin, die soll ihne bey dem governo zu Ofen erhalten, wird iedoch ohne groses geschänckh nit geschehen sein etc.",
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            "ner_text": "Gleichwie nun unser herein rayß in der scharpffesten kälte geweßen, also hat sich die zurückh räyß hingegen in der grösten hiz der hundtstäg begeben. Damit ihr gnaden derowegen in der hinaußrayß in stilligen (weilen nit rathsamb ware, aller orths in den heüßeren die quartier zu machen) sich und die seinige von den so haißen sonnenstralen auch anderen ungewidter auff freyen feldt gleichwohl in etwas salviren und beschirmen khöndt, oder auch zu presentieren, hat zu solchem ende ein persianischen und türckhischen zelt erkaufft. Die selben ungefehr ein stundt weit von Constantinopel bey Alay Begkai, ein schön gelegen dorff, zu besichtigen aufspannen laßen, darunder ihr gnaden sambt etlich wenig, so er mitgenomen, das mitag mahl genoßen. Nach dem sich ihr gnaden nach eingenommen mitagmahl zu rasten nidergelegt, und wir unß wegen schener gelegnen wiesen auf allerley recreationes begeben, haben wir endtlich wegen großer hiz unß abzukhülen samentlich in dem alda vorbey und in das meer flueßendes, süeße waßer genandt, zu baden beschloßen. Darbey sich ein ihr gnaden adellicher aufwarter, herrn Andreas de Tomasis auß Tyrol, befunden. Dißer, alß des schwimmens unerfahrene, wagte sich weit hinein. Darumb er von den andren treülich ermanet, das er im selbst nicht zu vil traue, welche ermanung er in den windt geschlagen. Underdeßen giengen und schwumen wir in dem wasser hin und wider und er, Thomasis, verlohre den grundt oder boden, erdapte mich unversehens und hielte sich starckh an meinen achßlen. Ich erschrackhe und bemühte mich, sambt ihme an das landt zukomen; aber vergebens, dan er ein schwere pershon und ich wegen seinen fueßen mit den meinigen im schwimen nit von der stel khönde, dan ich trate das waßer und blibe alweil an einem orth. Andere gegenwertige vermeinten, er vopte sich mit mir. Ihme aber und mir war anderst umb das herz und gedachten unß von dem todt zuerrödten. Er, Thomasis, trugte und dauchte mich wegen seiner schwärigkheit alweil hinunder, das ich noch reden, noch umb hilff schreyen kundte. Ich aber zappelte und bemuehete mich umb mein theil dem undergang zu entrinnen, so vil ich khundte. Er wolte mich nit außlaßen, wie wollen im die am land stehende starkh zugeschrien, er solle mich nit ertrenckhen, dan ich schon ein gute weil under dem wasser mit dem kopff geweßen und gleichsam hinunder sanckhen, liese er mich auß und ich des auf mir gelegnen lasts entledigung empfandt, schwume ich mit großer mie widerumb dem landt zu. Underdeßen wie andere, so darbey waren, gesagt, dan ich im schwimmen nit vil umbgeschaut, hat er sich zweimal in die höch geschupfft, alßdan ohne weitere hilff undergesunckhen. Der trombeter, dan sonsten außer unß beeden keiner schwimen kundte, schwume under das waßer und erdapte ihn bey dem arm. Hat in aber, wegen der schwere, nit heraußbringen mögen und nach dem ich mich widerumb ein wenig erholt, stürzte ich mich wider under das waßer. Aber ich könde ihn nicht finden. Alßdan seind etlich mit einer tskeika oder schiff hingefahren, mir ein strickh umb den arm gebunden (ich bemüehete mich auf alle weiß, ihn zu entreten, weilen er mein gueter camerad von etlich iahren hero geweßt), daran ich mich widerumb under das waßer gelaßen; und weilen ihn das waßer etwas hinunder getragen, nit finden oder ergreiffen können. Eß hat sich auch ein Türckh, so ein guter schwimer, ihn vergebens gesucht. Endtlich aber haben ihn etlich schiffleit herauß gezogen, den wir gestürzt, aber kein leben mehr zu finden gewest. Darauf wir mit ihm in einem schiff haimbgefahren und anderten tags sambt der clerisey zu Gallata in der Christen freithoff außer Pera, nechst bey des vorigen herren residenten seeligen grab, gelegt. Zuvor aber hat man die par aufgemacht und seine angehabten kleider ganz zerschniten, weilen es sonsten verwegen leit gibt, welche zur nacht die todten außgraben und ihren anhabenden kleider berauben. Diße vers seind ihme ex tempore gemacht worden:",
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            "ner_text": "Den 16. Iulii haten die Türckhen ein solennitet und war der sultan selbst durch die stadt in die vornembe mosquea oder kirchen, nach sultan Soliman, sein gebett zuverrichten, geridten. Alß er widerumb zuruckh nach dem seraglio kommen, stunden alda bey der porten bey 200 pauren, die ströheten feur auf ihre köpff. Alß der kayßer gefragt, was daß bedeüte, klagten sye einhelliglich wider die tyranney eines vesiers nahmens Mussa Bassa. Dißer sagte, er habe im alles daß seinig hinweckh genomen und in die eüßerste armut gesezt. Ein anderer klagte, er habe under seinen kinderen tyrranniert und dieselben umbgebracht. Der drite diß, der vierdte ienes, also das dißer Mussa Bassa, welcher sonst auch vil feindt gehabt, des tags hernach, den 17. stranguliert worden.",
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            "ner_text": "Dritens, warumb man durch Asia sovil und underschidliche befelch diser undt iener spahy khöpff zu bringen A. Ein reißiger spahi. B. ein doctor. Zwen türckhische obersten im krieg. Zwei auf Pferden sitzende Personen sind in der oberen Bildhälfte zu sehen. In der unteren werden zwei osmanische Reiter gezeigt. Ein türckhischer atschamoglan, der neben seinem herren laufft unnd die kapen so es wegenn möchte nachtragt. Hantschar, ein meßer, so die Türckhen, meist ianitscharen, an der seiten im gürtel tragen. Hier sind zwei Osmanen zu sehen, einer auf einem Pferd sitzend, der andere ist zu Fuß unterwegs. Im Hintergrund sind Festungen zu sehen. geschickht, sye gleichsam ex cetu türcaram außgelöscht und für giauren publicieret. Wan sye es verschuldt, wollen sye es erkhennen laßen und die hierauf gehörige straff außstehen. Hetten sye es aber nit verschuldt, warumb hat man mit ihnen solches procediren an und vornehmen wollen, begehrt also iustitia.",
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            "ner_text": "Der sultan schickhte hierüber zu dißem Nebi den Reschep Aga, welchen man sonsten in underschidlichen commissionen zu brauchen pflegt, und ließe ihne ernstlich ermanen, das er nichts widriges tentieren, sonderen sich alßbalden zuerrueck begeben und seine gravamina gehöriger maßen einwenden solle. Man werde ihm gewiß satisfaction leisten und mit mehreren caricher ehren und digniteten begnaden, wo nit er gewiß die hochste straff und ungnadt zuerwarten habe. Dan alle die ienige, so iehmahlen wider die Porten eine hostilitet verüebet, wenig erhalten und endtlich rigorosissime gestrafft worden. Worauf aber der Nebi kheine andtwort geben, sonderen gedachten aga zu rueckh gehalten.",
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                "text": "Der alte vesier, Zerkes Mehemet Bassa, ob schon er ein zeitlang in exilio zugebracht und villeicht alda von sich selbst crepieren sollen, ist er doch, die revolution desto ehender zu stillen, mit sambt seinen kehaia und einem teffterdar stranguliert worden. Eß wolte aber noch dißes noch ienes nebens vertröstung mehrer ehren unnd caricher, wie obgemelt, helffen. Sonderlich kamen imer zeitung, das die spahi von tag zu tag ie lenger ie mehr vorbey rückhen.",
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            "ner_text": "Worauf der vesier des anderten tags in aller früeh mit dem muffty, cadileskieren, allen capitänen, so woll anweßenden spahyen alß ianitscharen gleichsam ein offentliche consulta gehalten. Vortragendt, er habe gewiße nachtrichtung, daß die rebellen in Asia von 20 bis 30.000 man starckh beisamen sich fahren, wider die Porten sezen und vil unheil verursachen möchten. Es seye kein anders mitel, dan ihnen mit ernst zu begegnen. Fragte hierüber die capi von ianitscharen, ob sye auch alß treue diener ihres kayßers wider die rebellen beraith weren, warzu sye sich alle willig erkhlärt. Einer aber under den vornemberen stunde auf und sagte, waß thuen die spahi, so zugegen, wollen sye sich dan nicht auch brauchen laßen? Welchem ein vornember auß den spahyen geandtwortet, sye weren nicht schuldig zu feldt zu gehn, wan der vesier nit selbst mitkombt. Deme wider ein ianitschar replicieret, eß ist nicht der müeh werth, das der vesier auf zwey oder drey mitel aufbreche. Nach dißen und dergleichen concerten declarierten sich auch endtlichen die spahy mit dißem geding, das die ianitscharen voran solten, welches denen ianitscharen auch nicht gefallen, in bedenckhen, die spahy mit denen anderen villeicht d’accordo, dieße in die miten bringen und sye dergestalt mehrseits attaquiren möchten. Leztlichen resolvirten sich die spahi voran zu marschieren, legten zur versicherung iuramentum fidelitatis ab, das sye sich in dißer occasion, wie es die noth erfordert, sine mani solo dapffer und redlich verhalten wollen.",
            "ner_sample": {
                "text": "Worauf der vesier des anderten tags in aller früeh mit dem muffty, cadileskieren, allen capitänen, so woll anweßenden spahyen alß ianitscharen gleichsam ein offentliche consulta gehalten. Vortragendt, er habe gewiße nachtrichtung, daß die rebellen in Asia von 20 bis 30.000 man starckh beisamen sich fahren, wider die Porten sezen und vil unheil verursachen möchten. Es seye kein anders mitel, dan ihnen mit ernst zu begegnen. Fragte hierüber die capi von ianitscharen, ob sye auch alß treue diener ihres kayßers wider die rebellen beraith weren, warzu sye sich alle willig erkhlärt. Einer aber under den vornemberen stunde auf und sagte, waß thuen die spahi, so zugegen, wollen sye sich dan nicht auch brauchen laßen? Welchem ein vornember auß den spahyen geandtwortet, sye weren nicht schuldig zu feldt zu gehn, wan der vesier nit selbst mitkombt. Deme wider ein ianitschar replicieret, eß ist nicht der müeh werth, das der vesier auf zwey oder drey mitel aufbreche. Nach dißen und dergleichen concerten declarierten sich auch endtlichen die spahy mit dißem geding, das die ianitscharen voran solten, welches denen ianitscharen auch nicht gefallen, in bedenckhen, die spahy mit denen anderen villeicht d’accordo, dieße in die miten bringen und sye dergestalt mehrseits attaquiren möchten. Leztlichen resolvirten sich die spahi voran zu marschieren, legten zur versicherung iuramentum fidelitatis ab, das sye sich in dißer occasion, wie es die noth erfordert, sine mani solo dapffer und redlich verhalten wollen.",
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            "ner_text": "Worauf alßbalden zum aufbruch ordre geben worden und continuo von 1. biß auf den 6. Iulii mehr dan 40 oder 50.000 man mit artigleria undt allen gehörigen kriegs praeparatorien zu roß und fueß zu Scutari ubergeschifft und denen selben zu begegnen in Asia gangen.",
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                "text": "Worauf alßbalden zum aufbruch ordre geben worden und continuo von 1. biß auf den 6. Iulii mehr dan 40 oder 50.000 man mit artigleria undt allen gehörigen kriegs praeparatorien zu roß und fueß zu Scutari ubergeschifft und denen selben zu begegnen in Asia gangen.",
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            "ner_text": "Der vesier, muffty, cadileskeri und alle die vornembste wahren in pershon mit, haten unweit von Scutari schanzen aufwerffen und ein ordentliches feldt läger schlagen laßen. Die vornembste officier von spahynen steckheten ihre standarden auß und publicierten, das, wer under dem Nebi erdapt und nit zu seinem standar sich verfüegen wolle, allsobalden zu stückh er zerhaut solle werden. Man hat zwar vermeint, das der sultan selbst mit werde, weilen er aber noch ein kindt, also hat er zu sinurierung seines willigen gemüets und das volckh desto beßer zu animiren das fändl ihres propheten Mahomets geschickht, welches sonst niemahlen, es seye dan, daß der sultan selbst gegenwertig, zu feldt getragen wirdt. Dißes fändl alß eine reliquia tragen allein die, so von der machometanischen lini in einem vergulten trüchel ungefehr eine viertel meil biß zum läger. Da sye vorbey genahet, stehlete sich die ganze armee, solches mit höchster reverentz zu empfangen, in eine postur, schlugen die händt uber die köpff zusamben und fiengen neben underschidlichen kläglichen actionen an zu weinen. Endtlichen kame der vesier auß seinem zelt, naigte sich vor dem selben gar tief, name es auß dem vergulten trüchel herauß und zeigte es der militia, warüber sye zweiffels ohne ein sonderliche consolation gehabt. Aldieweilen sye dißer opinion, das sye niemahlen verliehren khönnen, wan dißes fändl im feldt steht. Der vesier schickhte ihme, Nebi, einen befelch, das, wan er anderst des sultans sclaf, alsobalden kommen und sich vor ihme praesentieren solle. Deme er aber nit pariert, sondern licenzierte obgedachten Reschepp Aga, welchen er ein zeit lang hinderhalten, unnd ließe dem vesier sagen, er begehre wider die Porten nichts vorzunehmen, sonderen allein in etlichen differentzen iustitia zu suechen, und das man den muffti und seinen sohn, welcher cadi zu Gallata, ihres ambts entseze. Solches auch denen spahy unnd ianitscharen auf des vesiers seiten zu gemüeth führendt, ob es nit beßer, daß einer oder zween cassiert werden, alß das sye sich undereinander ruiniren und sovil 1.000 ihr leib und leben laßen müeßen; welches dan iezt gemelte militia zum theil vir rationabl erkhendt und sonderlich under den spahyen, weilen der vesier den 5. Iulii auf den randevous sich im paßieren und repaßieren allein vor den ianitscharen und vor den spahyen niemahlen genaigt, ein gemurmel unnd (wie etliche vermeint) mit dem Nebi gleichsam einen heimlichen verstandt verursachet etc.",
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                "text": "Der vesier, muffty, cadileskeri und alle die vornembste wahren in pershon mit, haten unweit von Scutari schanzen aufwerffen und ein ordentliches feldt läger schlagen laßen. Die vornembste officier von spahynen steckheten ihre standarden auß und publicierten, das, wer under dem Nebi erdapt und nit zu seinem standar sich verfüegen wolle, allsobalden zu stückh er zerhaut solle werden. Man hat zwar vermeint, das der sultan selbst mit werde, weilen er aber noch ein kindt, also hat er zu sinurierung seines willigen gemüets und das volckh desto beßer zu animiren das fändl ihres propheten Mahomets geschickht, welches sonst niemahlen, es seye dan, daß der sultan selbst gegenwertig, zu feldt getragen wirdt. Dißes fändl alß eine reliquia tragen allein die, so von der machometanischen lini in einem vergulten trüchel ungefehr eine viertel meil biß zum läger. Da sye vorbey genahet, stehlete sich die ganze armee, solches mit höchster reverentz zu empfangen, in eine postur, schlugen die händt uber die köpff zusamben und fiengen neben underschidlichen kläglichen actionen an zu weinen. Endtlichen kame der vesier auß seinem zelt, naigte sich vor dem selben gar tief, name es auß dem vergulten trüchel herauß und zeigte es der militia, warüber sye zweiffels ohne ein sonderliche consolation gehabt. Aldieweilen sye dißer opinion, das sye niemahlen verliehren khönnen, wan dißes fändl im feldt steht. Der vesier schickhte ihme, Nebi, einen befelch, das, wan er anderst des sultans sclaf, alsobalden kommen und sich vor ihme praesentieren solle. Deme er aber nit pariert, sondern licenzierte obgedachten Reschepp Aga, welchen er ein zeit lang hinderhalten, unnd ließe dem vesier sagen, er begehre wider die Porten nichts vorzunehmen, sonderen allein in etlichen differentzen iustitia zu suechen, und das man den muffti und seinen sohn, welcher cadi zu Gallata, ihres ambts entseze. Solches auch denen spahy unnd ianitscharen auf des vesiers seiten zu gemüeth führendt, ob es nit beßer, daß einer oder zween cassiert werden, alß das sye sich undereinander ruiniren und sovil 1.000 ihr leib und leben laßen müeßen; welches dan iezt gemelte militia zum theil vir rationabl erkhendt und sonderlich under den spahyen, weilen der vesier den 5. Iulii auf den randevous sich im paßieren und repaßieren allein vor den ianitscharen und vor den spahyen niemahlen genaigt, ein gemurmel unnd (wie etliche vermeint) mit dem Nebi gleichsam einen heimlichen verstandt verursachet etc.",
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            "ner_text": "Under anderen dapfferen soldaten, so der Nebi gehabt, ware sonderlich einer, Katerschiogli. Dißer presentierte sich den 7. Iulii mit einer resoluten partey auf einen berg und ließe nit weit darvon mit einer verborgnen riserva von ein pahr 1.000 man halten, gegen welchen, alß der vesier allein mit denen deli und seinen aignen leüthen ohne der spahy undt ianitscharen avanziert, reterierte sich der Katerschiogli etwas gedachter riserva vorbey, welche unvermeintlich sambt ihm zugleich auf den vesier loßgangen und darin fast biß in die 7.000, darunder auch 2 bassa, todt und 2 verwundt erlegt. Weilen aber des vesiers seine militia secundierten, alß name er die flucht, schluge sich zu dem Nebi, welcher iedoch nit stich gehalten, sondern mit seiner ganzen cavalleria, die allein ein armada volante, ohne infanteria undt artigleria zurückhgangen. Worüber der vesier obberüehrtes fändl ihres propheten Machomets also balden dem sultano widerumb anhaimbgebracht und von gehabter faction parte geben unnd zu der nunmehr erhaltnen victori wider seine rebellen glückhwünschen; ob man zwar vermeint, diße revolution gestilt, wie dan die vornembsten Türckhen auch etwas von der soldatesca albereit widerumb nach Constaninopel wahren, recolligirte sich dan mehr gemelter Nebi und ließe dem vesier sagen, weilen er iah sehe, das man ihme weder in iustitia, weder in gnaden nichts zu seinem intent thuen, alß sey er da und begehr zu schlagen, daher der vesier noch selbigen abent mit allen zurückh und ihme, Nebi, das haubt bieten wollen.",
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            "ner_text": "Eß eraignete sich aber entzwischen under dißen spahi und rebellen selbst ein uneinighkeit und große disgust wider den Nebi, das er sye sub praetextu, alß wan es des sultans befelch und die vornembste mit interessirt wehren, so weit persuadirt und in effectu alles wider sye sey. Wolten wider das fändl ihres Mahomets nit streiten, sonderen zertheilten sich und theten in Asia mit rauben und plinderen großen schaden.",
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                "text": "Eß eraignete sich aber entzwischen under dißen spahi und rebellen selbst ein uneinighkeit und große disgust wider den Nebi, das er sye sub praetextu, alß wan es des sultans befelch und die vornembste mit interessirt wehren, so weit persuadirt und in effectu alles wider sye sey. Wolten wider das fändl ihres Mahomets nit streiten, sonderen zertheilten sich und theten in Asia mit rauben und plinderen großen schaden.",
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            "ner_text": "Den 29. Iunii hat man in offentlichem divan 6 schöner venetianische infanteria fahnen, das aber under sich gestelt, nebens zwen gefangene gebracht, und denen, die es praesentiert, cafftan angelegt, über welches die Türckhen zimlich pravirt und etliche alda weßende Christen per dispetto, solche zu sehen, herfir getragen. Nach dem der baylo auß dem Schwarzen Thurn ledig worden und etlich tag zu Gallata in seinem logiament geweßen, ließe ihm der vesier sagen, er man soll der Republica schreiben, man werde ihrer seits mit der selben gern frid machen, wan sye nur Candia cediren und völlig abtreten wollen, (der baylo gedachte, es wurden die schaff under den wölffen schwerlich seher sein) worauf der baylo geandtwortet, er wolle schreiben, damit sich die Republica hierüber zu resolviren wiße etc.",
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            "ner_text": "Die große, weitberüembte stadt Constantinopel ist gelegen in der landtschafft Thracia in Griechenlandt. Gegen aufgang der sonnen stöst sye an den Bosphorum Thraciae, gegen mittag an Propontidem Maris Aegei, gegen mitnacht hat sye ein schönen portt und meerhaffen, ein halbe meil lang, darinnen die schiff stehn, welcher mit seiner bequemligkheit und sicherheit alle andren port in der ganzen welt ubertrifft. Dißer wirdt bey den scriptoribus Sinus Ceratinus genandt. Die stadt stöst an bey dem meer, alß Mare Mediterraneum unnd Pontum Euxinum; hadt in seiner lenge, wie Herodotus anzeigt, 343 teitscher meilen biß gen Theodosia, so iezundt Capha genendt wirdt – der Tartar könig residentz stadt. Sye ligt in Taurica Chersoneso am Bosphoro Cimereo. Von danen bringt man alles schmalz in khüeheiten eingemacht nacher Constantinopel. Bosphorus Thracicushat in seiner leng 4 teütscher meil, nemlich von Constantinopel biß gen Chrysopolim in Natolia oder Klein Asia, die man iezt Scutari nehnet etc.",
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            "ner_text": "Die reiche leüth aber haben feine, weite unnd hoche gebey, von kalch und steinen gebaut. Doch mögen sye den gebeyen in Teütschlandt nicht daß waßer reichen, dan die türckhische undt griechische werckhleüth keinen solchen vortheil im bauen wißen alß die Teütsche undt Italianer. Zu dem fehlet es ihnen auch an kalchstein und bauholz, dan alles dißes gar schwerlich undt theür zu bekomen. Darumben auch die heüßer sehr hoch geschäzt unnd verkhaufft werden. Das dachwerckh oder dachstuehl ist erstlich ganz mit bredteren belegt und nit hoch oder gäch, sonder das der regen mag ablauffen. Darauf legt man holle züegel bloß dahin, das sye weder angemaurt noch sonst angehefft. Die fenster noch seind noch in bley noch in holz, sonderen in gibs eingefast. Außwendig seind die heüßer sehr schlecht anzusehen, aber inwendig seind in vilen heüßeren ser schöne zimer von goldt und underschidlichen bluemen gemahlet. Aber die zimer seind nit gewolbt oder mit steinen gemaurt, sondern vast alles von holzwerckh, so in die läng kaum bestandt hatt etc.",
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                "text": "Die reiche leüth aber haben feine, weite unnd hoche gebey, von kalch und steinen gebaut. Doch mögen sye den gebeyen in Teütschlandt nicht daß waßer reichen, dan die türckhische undt griechische werckhleüth keinen solchen vortheil im bauen wißen alß die Teütsche undt Italianer. Zu dem fehlet es ihnen auch an kalchstein und bauholz, dan alles dißes gar schwerlich undt theür zu bekomen. Darumben auch die heüßer sehr hoch geschäzt unnd verkhaufft werden. Das dachwerckh oder dachstuehl ist erstlich ganz mit bredteren belegt und nit hoch oder gäch, sonder das der regen mag ablauffen. Darauf legt man holle züegel bloß dahin, das sye weder angemaurt noch sonst angehefft. Die fenster noch seind noch in bley noch in holz, sonderen in gibs eingefast. Außwendig seind die heüßer sehr schlecht anzusehen, aber inwendig seind in vilen heüßeren ser schöne zimer von goldt und underschidlichen bluemen gemahlet. Aber die zimer seind nit gewolbt oder mit steinen gemaurt, sondern vast alles von holzwerckh, so in die läng kaum bestandt hatt etc.",
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            "ner_text": "In aufferbauung der kirchen, brueckhen, spital, bäder, brunen, carabansarai oder gastheüßer seindt sye ser prechtig, dan vast alle tempel zu Constaninopel mehrentheils mit lauter quaderstuckh unnd köstlichen großen säulen aufgebaut unnd allzumahl mit bley bedeckht. Sye haben auch wenig stein und führen den mehrentheil von der zerfallnen und destruirten stadt Cipici in Klein Asia in der landtschafft Mysia, wie auch von Troia, der Virgilius gedenckht, welche stadt ieztunder der alten herligkheit nach keinen schadten mehr hat. Sicht auß wie ein alt dorff, darin wohnen lauter Griechen. Da seind auch etliche türckhische mayerhöff und rudera der uhralten, herlichen zerfallnen gebey zu sehen.",
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