{"count":695,"next":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/?format=json&limit=100&ner_source__title=DIPKO&offset=400","previous":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/?format=json&limit=100&ner_source__title=DIPKO&offset=200","results":[{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65813/?format=json","ner_text":"Den 29. Aprill hat ein abgesandter von dem khönig in Usbeck bey dem sultan audientz gehabt und für den könig wider den selbst aignen sohn umb schuz und protection angerueffen.","ner_sample":{"text":"Den 29. 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Eß wolte aber der undanckhbare sohn bey dißer impietet nit beruehen, sonderen importunierte den könig in Persien continuo, er wolle ihm seinen brueder todt oder lebendig schickhen und den Entwurff und kurtze vorstellung deß höchstgefährlichen seetreffens, so sich zwischen der glorwürdigen herrschafft von Venedig und der türckischen schiffarmada bey dem asiatischen meerhafen zu Foggia umb die helffte des Mayen dieses 1649. iahres begeben; worinen diese biß auff etwan acht galeren gantzlich zernichtet, von ienen aber mit allein 19 galionen und etlich wenigen fusten die victorii glücklich erhalten worden. Huictain. Wann Gott spricht, so geschichts, wann er gebeut, so stehet es da, wan sich der feind hochmutig, stoltz auffblehet, so weiß der Herr ihm wohl in maul ein harts gebieß und ein ring in die nasn zulegen, wie der rieß, der tolle Goliath, dem zeug des Herrn gesprochen, hohn, spott und schmach, so hat der Herr sich hier gerochen an diessen christenfeind, das ungestimme thier, daß seine stoltze welln sich mussen legen hier. C. R. V. N. Die Darstellung wurde im Nachhinein eingelegt. Sie zeigt die Seeschlacht um Foccia im Jahr 1649. Venezianische Flotten greifen osmanische Truppen in der Bucht bei Izmir an. vadter nit fehrner im landt getulden. Warüber der vadter obberührten gesandten zu dem sultan umb schuz und protection geschickht; nit, das er widerumb zu seinem königreich verlangte, sonderen allein dißes, so er aniezo per favore hadte, mit rueh genießen khönde. Inmaßen dan der sultan an dißen ungehorsamben sohn ein schreiben mit bethroungen abgeordert und an den könig in Persien zu des alten königs und seines iüngeren sohns mehreren trost ein recommendation ertheilt.","ner_sample":{"text":"Dißer könig, nach dem er von seinem elteren sohn des königreichs beraubt und sambt dem iüngeren ins ellendt verstoßen, name sein zuflucht zu dem khönig in Persien; badte umb gnad und trateniment, welches ihme dan auß höchster compassion ervolgt, und alß balden ein gebührende aufenthaltung verschafft worden. 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Diße militia hatte ein zeit vor dem aufbruch großen ubermueth, hoffart und insolentzen verübt. Nit allein Christen und Iuden, wo sie einem begegnet, schmächlich tractirt, sonderen so gar der vornemben Türckhen selbst nit verschonet und ihnen die fenster eingeworffen, inmaßen sye dißer tagen einen armen tervis, die bey ihnen wie dem einsidler und für heillig gehalten, auß lauter muetwillen zerschlagen und eine vornembe Türckhin, so mit etlichen ihren sclavin auß dem badt gangen, salva reverentia offentlich geschendt, in ansehen aller spoliert, außgezogen, also gehn laßen, welches ein alter, elebter Türckh, so dißem intuperio gegenwertig, unserem tolmätsch mit übergeloffnen augen erzehlt. Dißer und der gleichen importuniteten derfte sich niemandt widersezen, dan gleich under den ianitscharen ein auflauf und mehres übelß entstehen mögen. Wir haben unß auch wegen insolentz dißer bößwicht auf der gaßen nit vil derffen sehen laßen. Undt alß unser zwen in wehrender zeit auf Gallata gefahren, haben sye zweimahl auf unß geschoßen, so nechst neben der perme oder schiff in das waßer gangen.","ner_sample":{"text":"Den ersten Maii ist die türckhische schiffarmada, welche über 120 galeeren hatte starckh sein sollen und von welcher die Türckhen ein solches geschrei gehabt, ihre eußerste mitl tentiert (also das, wo wir nun durchgeraist, wegen dißes kriegs iamer und ellend unnd noth auch vil dörffer öedt undt lähr gefunden), allein mit 60 galleeren, 8 maonen und 3 gallonen von ungefehr 5 oder 6.000 ianitscharen abgefahren; zu dero glückhlichen progres in einer campagnia die tag hernach ein allgemein offentlich gebedt angestelt und biß zur widerkhunfft wochentlich zweimahl continuirt solle werden. Diße militia hatte ein zeit vor dem aufbruch großen ubermueth, hoffart und insolentzen verübt. 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Darnach sich auch die schiffknecht mit den schiffen strickhen und seglen, und der timon führer, wißen zuregieren, welches einem selzam fürkombt.","ner_sample":{"text":"Wir haben auch underschidlich mahlen die galleren, so an unserem losament nechst vorbey gefahren, gesehen und under anderen daran wargenommen, waß gestalt die gefangne Christen oder galleoten in dem fahren underwißen werden. Solches geschicht ohne einige mündtliche anweißung, allein mit einem hellen, weit klingenden pfeifflein, nach welchem sich die ruederziecher mit dem rueder für sich, hinder sich, oder auf die seiten waßer zurichten und laiten. 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Einer, der die Christen iähmerlich prigelt. Auf der oberen Bildhälfte ist eine osmanische Sklavengaleere zu sehen. Unterhalb werden gefangene Christen und eine osmanische Wache dargestellt. deß pfeiffleins züehent, auf den bloßen ruckhen ganz unbarmherziglich, weilen der ober theil des laibs ganz nackhend. Und der solchem zuschaut, gehet es einem nit umbillich zuherzen, daß die armen Christen also laiden müeßen. Dißer Christen und anderer galleoten eßen ist zwibolten oder hart schwarz brodt und haben darneben das liebe waßer nit genug zu trinckhen. Und, so ein galleeren in einem streit undergehet, müessen sye, weilens angeschmidt, ellendiglich versinckhen und ertrinckhen.","ner_sample":{"text":"Miten in der galleeren ist ein langer, braiter laden durch auß, darauf gehet ein schergant mit einem carabatsch, der schlagt die ruederknecht (deren 4, 5 oder 6 an einem rueder seind), so sie nit nach laut Ianitscharen, die zue feldt ziehen. Die Darstellung ist in zwei Hälften geteilt. 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Darauf sye durch einen hotza oder türckhischen prediger ihre treu und herzhafftigkheit bey dißen gegenwärtigen krieg einzugedenkhen ermant, darauf glückh gewinsch und abschid genomen.","ner_sample":{"text":"Hart an dem porto, underhalb dem sulitanischen großen seraia, ist ein palast, Ialy Koschi genandt, in deßen offnen vorgebey hat sich der iunge sultan sambt anderen vesieren und adell befunden. Und ehe die galleeren oder armada, darvon oben meldung geschehen, von dem arsenal hier vorbey passiert, haben sye da gehalten, und der schiff admiral sambt anderen deßen nachgesezten officiren ungefehr bey 7 zugleich außgestigen. Da haben sie sich dem iungen sultan und anderen presentiert. 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Darnach die andere vornembsten mit cafftanen begabt und widerumb durch den hotza zu dapfferer verhaltung eine vormanung thun laßen, mit dißem beschluß, das sie sich nit allein auf die macht, die der gegenwertige kayßer ihnen anvertraue, sondern vilmehr auf den gewaltigen Gott, welcher mit seinem beistandt wider die unglaubige Christen große victorien geben werde, verlaßen solten etc.","ner_sample":{"text":"Der sultan saße auf einem zierlichen säßel und hat dem obersten general der armada ein kostbarlichen zobelbelz und, zur ubergebung des völligen kriegs commando, ein säbel verehrt. 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Die Venediger haben den ganzen winter bey Dardanelli vor der bocca mit etlich undt 20 galleonen gehalten, niemandts auß oder ein gelaßen und obgedachter schiff flotta den paß zu schließen vermeint, da sye aber ankhommen, seind diße venedische galleonen alßbalden gewichen, also, das die türckhische armada salvamente durch passiert, welches under den Türckhen ein große freudt und zum theil wol auch eine zimliche hoffart verursachet, wie sye dan dem ienigen salackhen, so die zeitung gebracht, den 8. Maii in publico divano einen cafftan angelegt und nit anderst vermeint, das spil gwunen und Candia nunmehr genzlich erobert seye.","ner_sample":{"text":"Nach dißem gnandten ceremonien sein sye mit zweymal loßbrenung des geschüz den Dardanellis zugefahren. 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Der caplan und der ragionato widerumb auf freien fueß gestelt worden.","ner_sample":{"text":"Alß der bailo in dem Schwarzen Thurn etwas erkranckht, ist ihme auff intercession des französischen gesandten der Dr. Skogardi zuegelaßen, und damit das palatium interim nit lähr stunde, auch denen anderen in der gefänckhnus die alimenta verschafft wurden. Der caplan und der ragionato widerumb auf freien fueß gestelt worden.","entities":[[8,13,"PER"],[86,109,"PER"],[114,126,"PER"],[261,267,"PER"],[276,285,"PER"]]},"ner_ent_exist":true,"ner_ent_type":"PER","ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"},{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65824/?format=json","ner_text":"Die Türckhen seind zwar lüstige köpff, ruefften unß under deßen zu keiner audientz. Vileicht wie die sachen mit der schiffarmada in Candia ablauffen möchte zu mehrehren ihrer direction, unnd damit sye die sayten hoch oder nider zuspanen wüsten, einen außgang erwarten wollen. Eß hatte aber ein ander außehen, vilmehr von bößen alß gueten zeitungen.","ner_sample":{"text":"Die Türckhen seind zwar lüstige köpff, ruefften unß under deßen zu keiner audientz. Vileicht wie die sachen mit der schiffarmada in Candia ablauffen möchte zu mehrehren ihrer direction, unnd damit sye die sayten hoch oder nider zuspanen wüsten, einen außgang erwarten wollen. Eß hatte aber ein ander außehen, vilmehr von bößen alß gueten zeitungen.","entities":[[132,138,"LOC"]]},"ner_ent_exist":true,"ner_ent_type":"LOC","ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"},{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65825/?format=json","ner_text":"Den 19. Maii darauf, da ihr gnaden glaich auf sizen und zur audientz zum vesier solle, auch wir alle gerüst waren, kame post, das gestern gar spath bey der Porten zeitung eingelangt, das ihr schiff armada von den Venetianeren geschlagen unnd der resto übel tractiert in dem porto zu Foccia eingeschloßen. Der capitan bassa lamentierte wegen übler disposition unnd außmundierung wider den groß vesier. Dahero er eilendts zu dem sultan in das seraglio müeßen unnd seye zu besorgen, er möchte villeicht nit mehr nach hauß kommen. Stehet kaum ein stundt an, kombt eine andere post: Der vesier, Kerkes Mehemet Bassa, des vesierats enthept, seine guedter, hauß unnd hoff confisciert unnd an deßen stadt Murath Aga, capo von ianitschar aga, vesier sey worden. Etliche wolten ihn für verlohren oder stranguliert halten, etliche, er seye 6 meil von hinnen ins exilium geschickht wor. Sein kehaia oder hoffmeister, so man in der flucht erdapt unnd in arrest gehalten, solle außsagen, welcher orthen das gelt hin unnd wider verborgen lige.","ner_sample":{"text":"Den 19. Maii darauf, da ihr gnaden glaich auf sizen und zur audientz zum vesier solle, auch wir alle gerüst waren, kame post, das gestern gar spath bey der Porten zeitung eingelangt, das ihr schiff armada von den Venetianeren geschlagen unnd der resto übel tractiert in dem porto zu Foccia eingeschloßen. Der capitan bassa lamentierte wegen übler disposition unnd außmundierung wider den groß vesier. Dahero er eilendts zu dem sultan in das seraglio müeßen unnd seye zu besorgen, er möchte villeicht nit mehr nach hauß kommen. Stehet kaum ein stundt an, kombt eine andere post: Der vesier, Kerkes Mehemet Bassa, des vesierats enthept, seine guedter, hauß unnd hoff confisciert unnd an deßen stadt Murath Aga, capo von ianitschar aga, vesier sey worden. 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Unnd das es mit dißem vesier, Murath Bassa, welcher allem ansehen nach nunmehr absolutus unnd vor siben oder acht iahren noch ein gemeiner ianitschar unnd weder leßen noch schreiben kan, auch nit lange beständigen governo führen möchte, ein bestandts hette.","ner_sample":{"text":"Die iezige türckhische regierung ist fast wie ein ubel ordinierte aristocratia. Die vornembste türckhische ministri, ob schon sye sich, so vil ihr barbarische angebohrenheit zulast, höfflich und freindtlich erzeigt, waren falscher alß nie. 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Und hielten die Türckhen diß für ein böß omen, das die feurs flammen der brenenden heüßer, uber 50 oder 60 schriet hoch, in den alda weßenden vesten thurn khommen, welcher 100 iahr oder mehr, noch vor der Genueser zeit, gestanden. Er war ganz mit bley bedegt, daßelbig zerrunne durch die hiz herunder wie ein waßer.","ner_sample":{"text":"Eben den 8. Iunii ist zu Gallata, gegen Constantinopel über, eine große brunst entstanden, da etlich heüßer verbrunen. Und hielten die Türckhen diß für ein böß omen, das die feurs flammen der brenenden heüßer, uber 50 oder 60 schriet hoch, in den alda weßenden vesten thurn khommen, welcher 100 iahr oder mehr, noch vor der Genueser zeit, gestanden. 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Sonderlich kamen imer zeitung, das die spahi von tag zu tag ie lenger ie mehr vorbey rückhen.","ner_sample":{"text":"Der alte vesier, Zerkes Mehemet Bassa, ob schon er ein zeitlang in exilio zugebracht und villeicht alda von sich selbst crepieren sollen, ist er doch, die revolution desto ehender zu stillen, mit sambt seinen kehaia und einem teffterdar stranguliert worden. Eß wolte aber noch dißes noch ienes nebens vertröstung mehrer ehren unnd caricher, wie obgemelt, helffen. 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Hernach ist großer gravitet geriten der zausch bassa, dem volgten vil haubtleüth der ianitscharen undt spahy. Nach dißen etlich ianitscharen, so dem ianitschar aga vor und nachgehn. Alßdan kamen etliche stumen, schwarz und weiß, die mit underschidlichen zeichen ihre meinung und intent könen offenbaren. Und ist solche sprach, weilen sye stil zugehet, bey dem türckhischen hoff sehr breüchlich. Denen volgten vil verschnitne mohren, die dem kayßer oder auch seinem frauenzimmer aufwarten. Denen nach volgten bey 20 kleine zwergel. Alßdan bracht man 9 oder 10 außerleßne pferdt, reit oder des kayßers handtpferdt. Deren zaum war mit köstlichen spangen von silber, goldt und edelgesteinen versezt. Die sätel ebenfahls orniert, die schiapren, so uber die sätel gedeckht, waren so schwer undt reichlich mit lauter berel, goldt und edelgestein gestickht, dan man die materi oder grundt nit sehnen kan und die roß daran zutragen haben; unnd dem, so es niemahlen gesehen, selzam firkombt. Und wie ich vernommen, soll ein solches pferdt sambt seinem angehörigen ornat auf ein thona goldt geschazt werden. Demnach kamen widerumb vil vornembe bassa, denen giengen nach vil solaki, des kayßers trabanten, an der zahl bey 300. Ein ieder trägt in der handt ein bogen und an dem girtel etlich pfeil. Sie haben seidene leibröckh an, auf dem halben theil under dem gürtel offen, darunder ein weiß durchscheinend hemmet. Mit dißen gehn auch vermischt die laggeyen des kayßers, die silberne, vergülte kapen aufhaben. Die können also schnel laufen, das sye in zweyen tagen weiter kommen alß einer in 3 tagen reiten kan. Deren seind bey 40 und stets bey dem sultan, damit, wan etwas fürfühle, sye post ohne verzug außrichten. In den kleideren seind sie den andren nit gar ungleich und wie die satellides vorzeiten aufgezogen etc.","ner_sample":{"text":"Weilen diß sein erster außrit, versambleten unß unser etlich mit unseren ianitscharen einen an ein orth, da der kayßer fürüber reiten müeste. 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Der kayßer rite gleich nach den gemelten laggeyen auf einem vil ziehrlicheren pferdt alß die vorige gewest.","ner_sample":{"text":"Weilen nun die handtpferdt also pomposisch gebuzt geweßen, kan ein ieder leichtlich erachten, waß maßen des ksl. leib oder reitroß für zieraden an sich gehabt habe. Der kayßer rite gleich nach den gemelten laggeyen auf einem vil ziehrlicheren pferdt alß die vorige gewest.","entities":[[169,175,"PER"]]},"ner_ent_exist":true,"ner_ent_type":"PER","ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"},{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65833/?format=json","ner_text":"Er ist zwar noch iung, wie auch von leibs gestalt ein schöne pershon, mit köstlichen kleideren gezieret. Neben ihme zu der rechten rite ein vesier, dan die linkhe seiten halten sye, wie wir, die rechte. Auf des kayßers haubt war ein großer weißer bundt, darauf 3 raigerbuschen, so unden am ende mit goldt eingefast und mit grosen diemanten und rubinen versezt gewest. Eß hangete an dem bund ein klein, von goldt kinstlich gemachtes ketel, daran drey seer große orientalische beerlein gehangen. Miten an dem bund ware auch eine von diemandt außgeschnitne roßen, die unerschäzlich. Und als das groste kleinot des kayßers gehalten wirdt sein talman oder underrockh. War von bestem arabischen goldtstuckh, daran vorderst kleine knöpff von lauter edelgesteinen künstlich versezt geweßen. Der gürtel, damit er sich umbgirtet, ist von lauter goldtspangen und von diemanten, rubinen, schmaragden reichlich versezt geweßen. Der mantel war von einem selzam gebliembten silber stuckh, darin auch guldene roßen gewärgt. Die steigbügel, darin er die füeß mit gelben zschisme oder stifflen angethan gesezt, waren lauter goldt. Eß schimerte und glanzete alles an ihm, waß einer nur anschaute. Nach ihme seind 3 vornembe vesier und einer, so des kayßers sabel geführt, mit köstlichen cafftanen angethan geridten. Der sabel scheinete auch von lauter edgestein. Denen volgten nach villerlai adelliche hoffbediente und vornembe herren. Dißer aller hoffbedienten pferdt waren auch auf das schönst bebuzt, mit zaum, satel und schiapren, dan sye ihr gröste hoffart auf die pferdt und zihrung derselben wenden. In dem vorüber rith hat der kayßer ohne underlaß sein haubt ein wenig gegen den volckh genaigt. Wie er dan auch gegen unß gethan und darauf starckh angeschaut. Der türckhische pöffel, wo er voriber geritten, ruefften uberlaut auf: Gott gebe dir, kayßer, vil glückh, auf das du lange iahr glückhlich regierest und deine feind uberwindest. Wir warteten auch, biß er in vorige ordnung auß der kirchen geridten etc.","ner_sample":{"text":"Er ist zwar noch iung, wie auch von leibs gestalt ein schöne pershon, mit köstlichen kleideren gezieret. 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Maii die erste audientz gehabt, welcher gleich dißen tag zu ader gelaßen, deme ihr gnaden glückh gewinscht, der sich alles guets gegen unß anerboten und erzeigt etc.","ner_sample":{"text":"Nach dem der vorige vesier ohne einige angehörte entschuldigung abesezt oder stranguliert worden, ist der ianitschar aga, so vil alß generalissimus zu fueß, an dißen stat gemacht worden Bey dem wir den 27. 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Der zu Ofen besorgte sich auch, hat aber an seinem weib, die eine sultana und bey der alten valida wol angesehen, eine guete helfferin, die soll ihne bey dem governo zu Ofen erhalten, wird iedoch ohne groses geschänckh nit geschehen sein etc.","ner_sample":{"text":"Dißer groß vesier bemüehete sich unter anderen mitlen gelt zu machen, auch die underhabenden bassa oder vesier zu refermiren, maßen er dan die bassa zu Esrum, Aleppo, Damasco, Ierusalem und anderer orthen mehr abgesezt unnd an deren stel andere installiert. 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In deme unß die zuvor von unß haimbgesuchten potschaffter und residenten ihre visita nacheinander gelaist und restituirt haben, die, gleichfahls wie wir, wol empfangen und ehrlich tractirt worden. Deren officier wir ebefahls, wie sye unß, wol bezaihter haimbgeschickht und haben zu beederseits in wehrenden visita schwere müeh und arbeit mit eßen und trinckhen in gueter conversation und vertreüligkheit zugebracht und zumahl gleich umb gleich vergolten.","ner_sample":{"text":"Nach dem unsere haimbsuchungen nunmehr ein endt gehabt und wir des steten eßens und trinckhens vermeinten entlediget zu sein, finnge es gleichsam auf ein neues an. In deme unß die zuvor von unß haimbgesuchten potschaffter und residenten ihre visita nacheinander gelaist und restituirt haben, die, gleichfahls wie wir, wol empfangen und ehrlich tractirt worden. 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Damit ihr gnaden derowegen in der hinaußrayß in stilligen (weilen nit rathsamb ware, aller orths in den heüßeren die quartier zu machen) sich und die seinige von den so haißen sonnenstralen auch anderen ungewidter auff freyen feldt gleichwohl in etwas salviren und beschirmen khöndt, oder auch zu presentieren, hat zu solchem ende ein persianischen und türckhischen zelt erkaufft. Die selben ungefehr ein stundt weit von Constantinopel bey Alay Begkai, ein schön gelegen dorff, zu besichtigen aufspannen laßen, darunder ihr gnaden sambt etlich wenig, so er mitgenomen, das mitag mahl genoßen. Nach dem sich ihr gnaden nach eingenommen mitagmahl zu rasten nidergelegt, und wir unß wegen schener gelegnen wiesen auf allerley recreationes begeben, haben wir endtlich wegen großer hiz unß abzukhülen samentlich in dem alda vorbey und in das meer flueßendes, süeße waßer genandt, zu baden beschloßen. Darbey sich ein ihr gnaden adellicher aufwarter, herrn Andreas de Tomasis auß Tyrol, befunden. Dißer, alß des schwimmens unerfahrene, wagte sich weit hinein. Darumb er von den andren treülich ermanet, das er im selbst nicht zu vil traue, welche ermanung er in den windt geschlagen. Underdeßen giengen und schwumen wir in dem wasser hin und wider und er, Thomasis, verlohre den grundt oder boden, erdapte mich unversehens und hielte sich starckh an meinen achßlen. Ich erschrackhe und bemühte mich, sambt ihme an das landt zukomen; aber vergebens, dan er ein schwere pershon und ich wegen seinen fueßen mit den meinigen im schwimen nit von der stel khönde, dan ich trate das waßer und blibe alweil an einem orth. Andere gegenwertige vermeinten, er vopte sich mit mir. Ihme aber und mir war anderst umb das herz und gedachten unß von dem todt zuerrödten. Er, Thomasis, trugte und dauchte mich wegen seiner schwärigkheit alweil hinunder, das ich noch reden, noch umb hilff schreyen kundte. Ich aber zappelte und bemuehete mich umb mein theil dem undergang zu entrinnen, so vil ich khundte. Er wolte mich nit außlaßen, wie wollen im die am land stehende starkh zugeschrien, er solle mich nit ertrenckhen, dan ich schon ein gute weil under dem wasser mit dem kopff geweßen und gleichsam hinunder sanckhen, liese er mich auß und ich des auf mir gelegnen lasts entledigung empfandt, schwume ich mit großer mie widerumb dem landt zu. Underdeßen wie andere, so darbey waren, gesagt, dan ich im schwimmen nit vil umbgeschaut, hat er sich zweimal in die höch geschupfft, alßdan ohne weitere hilff undergesunckhen. Der trombeter, dan sonsten außer unß beeden keiner schwimen kundte, schwume under das waßer und erdapte ihn bey dem arm. Hat in aber, wegen der schwere, nit heraußbringen mögen und nach dem ich mich widerumb ein wenig erholt, stürzte ich mich wider under das waßer. Aber ich könde ihn nicht finden. Alßdan seind etlich mit einer tskeika oder schiff hingefahren, mir ein strickh umb den arm gebunden (ich bemüehete mich auf alle weiß, ihn zu entreten, weilen er mein gueter camerad von etlich iahren hero geweßt), daran ich mich widerumb under das waßer gelaßen; und weilen ihn das waßer etwas hinunder getragen, nit finden oder ergreiffen können. Eß hat sich auch ein Türckh, so ein guter schwimer, ihn vergebens gesucht. Endtlich aber haben ihn etlich schiffleit herauß gezogen, den wir gestürzt, aber kein leben mehr zu finden gewest. Darauf wir mit ihm in einem schiff haimbgefahren und anderten tags sambt der clerisey zu Gallata in der Christen freithoff außer Pera, nechst bey des vorigen herren residenten seeligen grab, gelegt. Zuvor aber hat man die par aufgemacht und seine angehabten kleider ganz zerschniten, weilen es sonsten verwegen leit gibt, welche zur nacht die todten außgraben und ihren anhabenden kleider berauben. Diße vers seind ihme ex tempore gemacht worden:","ner_sample":{"text":"Gleichwie nun unser herein rayß in der scharpffesten kälte geweßen, also hat sich die zurückh räyß hingegen in der grösten hiz der hundtstäg begeben. Damit ihr gnaden derowegen in der hinaußrayß in stilligen (weilen nit rathsamb ware, aller orths in den heüßeren die quartier zu machen) sich und die seinige von den so haißen sonnenstralen auch anderen ungewidter auff freyen feldt gleichwohl in etwas salviren und beschirmen khöndt, oder auch zu presentieren, hat zu solchem ende ein persianischen und türckhischen zelt erkaufft. Die selben ungefehr ein stundt weit von Constantinopel bey Alay Begkai, ein schön gelegen dorff, zu besichtigen aufspannen laßen, darunder ihr gnaden sambt etlich wenig, so er mitgenomen, das mitag mahl genoßen. Nach dem sich ihr gnaden nach eingenommen mitagmahl zu rasten nidergelegt, und wir unß wegen schener gelegnen wiesen auf allerley recreationes begeben, haben wir endtlich wegen großer hiz unß abzukhülen samentlich in dem alda vorbey und in das meer flueßendes, süeße waßer genandt, zu baden beschloßen. Darbey sich ein ihr gnaden adellicher aufwarter, herrn Andreas de Tomasis auß Tyrol, befunden. Dißer, alß des schwimmens unerfahrene, wagte sich weit hinein. Darumb er von den andren treülich ermanet, das er im selbst nicht zu vil traue, welche ermanung er in den windt geschlagen. Underdeßen giengen und schwumen wir in dem wasser hin und wider und er, Thomasis, verlohre den grundt oder boden, erdapte mich unversehens und hielte sich starckh an meinen achßlen. Ich erschrackhe und bemühte mich, sambt ihme an das landt zukomen; aber vergebens, dan er ein schwere pershon und ich wegen seinen fueßen mit den meinigen im schwimen nit von der stel khönde, dan ich trate das waßer und blibe alweil an einem orth. Andere gegenwertige vermeinten, er vopte sich mit mir. Ihme aber und mir war anderst umb das herz und gedachten unß von dem todt zuerrödten. Er, Thomasis, trugte und dauchte mich wegen seiner schwärigkheit alweil hinunder, das ich noch reden, noch umb hilff schreyen kundte. Ich aber zappelte und bemuehete mich umb mein theil dem undergang zu entrinnen, so vil ich khundte. Er wolte mich nit außlaßen, wie wollen im die am land stehende starkh zugeschrien, er solle mich nit ertrenckhen, dan ich schon ein gute weil under dem wasser mit dem kopff geweßen und gleichsam hinunder sanckhen, liese er mich auß und ich des auf mir gelegnen lasts entledigung empfandt, schwume ich mit großer mie widerumb dem landt zu. Underdeßen wie andere, so darbey waren, gesagt, dan ich im schwimmen nit vil umbgeschaut, hat er sich zweimal in die höch geschupfft, alßdan ohne weitere hilff undergesunckhen. Der trombeter, dan sonsten außer unß beeden keiner schwimen kundte, schwume under das waßer und erdapte ihn bey dem arm. Hat in aber, wegen der schwere, nit heraußbringen mögen und nach dem ich mich widerumb ein wenig erholt, stürzte ich mich wider under das waßer. Aber ich könde ihn nicht finden. Alßdan seind etlich mit einer tskeika oder schiff hingefahren, mir ein strickh umb den arm gebunden (ich bemüehete mich auf alle weiß, ihn zu entreten, weilen er mein gueter camerad von etlich iahren hero geweßt), daran ich mich widerumb under das waßer gelaßen; und weilen ihn das waßer etwas hinunder getragen, nit finden oder ergreiffen können. Eß hat sich auch ein Türckh, so ein guter schwimer, ihn vergebens gesucht. Endtlich aber haben ihn etlich schiffleit herauß gezogen, den wir gestürzt, aber kein leben mehr zu finden gewest. Darauf wir mit ihm in einem schiff haimbgefahren und anderten tags sambt der clerisey zu Gallata in der Christen freithoff außer Pera, nechst bey des vorigen herren residenten seeligen grab, gelegt. Zuvor aber hat man die par aufgemacht und seine angehabten kleider ganz zerschniten, weilen es sonsten verwegen leit gibt, welche zur nacht die todten außgraben und ihren anhabenden kleider berauben. 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Welches der ambassiator der gestalten verandtwortet, eß mochte wol sein, das Franzosen bey den Venetianeren dienst angenommen, dan in ihren landten keine sclaven, und ein ieder sein fortuna suchen mag, wo er will. Dahero vil Franzosen dem kayßer wider Franckhreich und e contra Teutsche wider den kayßer dienen köndten, also hierin nit remedieren. Warauf der vesier dißen vorschlag gethan, wan die Franzosen mit ihren schiffen denen Türckhen wider Candia helffen wolten, sye alß dan den Franzosen wider Spanien assistiren, und waß sye eroberten, under sich theilen. Mit dißer occasion intercedierte der ambassiator auch für den baylo, damit er seiner harten gefänckhnus entlaßen wurde.","ner_sample":{"text":"Man spargierte undt wurde von dem vesier dem französchen ambassiator vorgehalten, das sie nachrichtung haben, das bey der iüngsten faction, so zwischen ihnen und den Venetianeren auf dem meer voruber gangen, auch Franzosen geweßen. 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Mit ihrer kleidung etwas von den Türckhen underschiden, sonderlich am bundt, dan oben in der mite gehet ein spiz herauß, einer halben elen lang, von papir oder anderer materi zusamen gepapt, damit es steiff bleibe, ring herumb mit rodt weiß gelben strichen ubermahlet. Die vornembe herren versezens mit lauter edelgestein. Zu den klaideren tragen sie eingewirgt reiter, fechter, lewen, beren und anderer thier figuren, welches den Türckhen starckh zuwider, dan sie derffen keine bilder oder gemahlen figuren, nach laut ihres alcorans, haben.","ner_sample":{"text":"Der Persier gestalt betreffendt seindt sie nicht lang, aber wol undersezt, braun von farb, wie alle morgenländische volckher, seindt ernsthafft, geschwinde und frische leüth. 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In solchem spieß ist ein solcher großer gewalt, dan der lauf des roß und der trib des reitens machen, daß der spieß ein solchen gewalt bekombt, das er durch einen ungeharnischten man wie durch einen strobuschen fahren thuet.","ner_sample":{"text":"Der Persianer kriegs rüstung ist ein säbel, tartschen und werff spieß. In solchem spieß ist ein solcher großer gewalt, dan der lauf des roß und der trib des reitens machen, daß der spieß ein solchen gewalt bekombt, das er durch einen ungeharnischten man wie durch einen strobuschen fahren thuet.","entities":[]},"ner_ent_exist":false,"ner_ent_type":null,"ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"},{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65840/?format=json","ner_text":"Die persianischen weiber seind über diemaßen schön, das nit baldt ihres gleichen gefunden werden seindt. Auch zumahl streithbar und, so es die noth erfordert, züehen sye mit gewehrter handt sambt den mäneren in das feldt. Wie dan anno 1514 auf der Calderaner Heydt ein große schlacht mit den Persianeren unnd Türckhen füruber gangen, in der sultan Soliman daß feldt erhalten. Und sehr vil persianische weibspershonen under den erschlagnen seindt gefunden worden, die sich sambt den mäneren wider die Türckhen so ritterlich gehalten, daß durch der weiber khunheit die manßbilder vil freudiger undt beherzter worden. Also das, wo Ismael Sophi, der Persiar könig, nit wär geschoßen worden, so het Soliman den sig nit erhalten, wie wol er ihn theur genug ankhommen und den sig mit vil bluedt der seinigen bezahlt. Diße weiber seind derohalben rechte Amazones.","ner_sample":{"text":"Die persianischen weiber seind über diemaßen schön, das nit baldt ihres gleichen gefunden werden seindt. Auch zumahl streithbar und, so es die noth erfordert, züehen sye mit gewehrter handt sambt den mäneren in das feldt. 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Zwar nicht zu löschen, sonderen nur mit firbrechen und einreißen der nechsten heüßer den flammen fürzukommen, damit das feur nit weiter eingreife. Und solche ianitscharen thun bißweilen durch ihr unordenlich einreißen mehr schaden alß das feur, dan ihr intention darbey nur auf das rauben und stehlen gericht ist. Und wie ich verstanden, legen sie bißweilen selbst in ein orth feur ein, damit sye in angehender brunst ihr intent zu stehlen volbringen mögen. Der ienig, in welches hauß die brunst anfänckhlich ist entstanden, der, will er anderst salviert werden, mueß sich bezeiten auß dem staub machen, sonsten wirdt er mit gewalt in die feuersflammen geworffen, ob er schon kein schuldt daran hat etc.","ner_sample":{"text":"Wan ein feur in Türckhey außkombt, laufft niemandt zu daßelbig zu löschen, außgenommen die ianitscharen, so darzu verordnet sein. 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Herrauß in einem weiten saal war ein lange taffel mit underschidlichem confect reichlich ubersezt, darzu wir nach unserem belieben zu eßen berueffen wurden, welches wir auch gethan. Da fiengen an die gläßel hin und wider zu fahren, und fieng algemach ihr römisch ksl. Mt. undt des königs in Franckhreich gesundheit an zu halben, daß wir per turpetatione redlich beschaidt gethan und endtlich wolbezecht ihr gnaden widerumb über das meer nach hauß beglaitet.","ner_sample":{"text":"Stelte derowegen die erste visita mit licenz des vesiers, die aber zu dem baylo abgeschlagen worden. Den 13. Iunii zu dem französischen ambassiator, alwo ihr gnaden nit allein sein hoffstat ganz ehrenbietig entgegnet, sondern er selbst, monseur della Haya, ihr gnaden freindtlich empfangen. Alda sie mitnander in einem zimmer lang von underschidlichen sachen discurirten, wurde under deßen eine collection für sye zugericht. 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Dan, alß er auf das landt steigen solte, stige er von dem schiff in das waßer und ie mehr er vermeinte dem land zuzugehn, lauffe er ie weiter hinein und wofern im die türckhischen schiffleit nit herauß gezogen, ware er ertrunckhen etc.","ner_sample":{"text":"Gleichfahls haben wir auch den holländischen, engelländischen, römischen potschaffter oder residenten haimbgesucht, von deme wir ebenfahls hofflich tractirt. Einer under unser compagnia hat sich mit dem spanischen wein bey der engelländischen visita also erquickht, das er das meer für das landt angesehen. 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Iulii haten die Türckhen ein solennitet und war der sultan selbst durch die stadt in die vornembe mosquea oder kirchen, nach sultan Soliman, sein gebett zuverrichten, geridten. Alß er widerumb zuruckh nach dem seraglio kommen, stunden alda bey der porten bey 200 pauren, die ströheten feur auf ihre köpff. Alß der kayßer gefragt, was daß bedeüte, klagten sye einhelliglich wider die tyranney eines vesiers nahmens Mussa Bassa. Dißer sagte, er habe im alles daß seinig hinweckh genomen und in die eüßerste armut gesezt. Ein anderer klagte, er habe under seinen kinderen tyrranniert und dieselben umbgebracht. Der drite diß, der vierdte ienes, also das dißer Mussa Bassa, welcher sonst auch vil feindt gehabt, des tags hernach, den 17. stranguliert worden.","ner_sample":{"text":"Den 16. Iulii haten die Türckhen ein solennitet und war der sultan selbst durch die stadt in die vornembe mosquea oder kirchen, nach sultan Soliman, sein gebett zuverrichten, geridten. 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Und schribe gedachter Nebi noch im Maii, sye wollen wider die Porten nichts anfangen, sondern allein in etlichen differentzen iustitia undt satisfaction haben.","ner_sample":{"text":"Baldt nach unser ankhunfft auf Constantinopel spargierte man, ob solten die spahi in Asia ein capo nahmens Gurti Nebi aufgeworffen, sich versamblen und so wohl des sultans Ibrahims todt, alß ihren selbst eigen affronte, so sye dazumahlen in der faction mit den ianitscharen erlidten, zurechnen begehren. 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Ein reißiger spahi. B. ein doctor. Zwen türckhische obersten im krieg. Zwei auf Pferden sitzende Personen sind in der oberen Bildhälfte zu sehen. In der unteren werden zwei osmanische Reiter gezeigt. Ein türckhischer atschamoglan, der neben seinem herren laufft unnd die kapen so es wegenn möchte nachtragt. Hantschar, ein meßer, so die Türckhen, meist ianitscharen, an der seiten im gürtel tragen. Hier sind zwei Osmanen zu sehen, einer auf einem Pferd sitzend, der andere ist zu Fuß unterwegs. Im Hintergrund sind Festungen zu sehen. geschickht, sye gleichsam ex cetu türcaram außgelöscht und für giauren publicieret. Wan sye es verschuldt, wollen sye es erkhennen laßen und die hierauf gehörige straff außstehen. Hetten sye es aber nit verschuldt, warumb hat man mit ihnen solches procediren an und vornehmen wollen, begehrt also iustitia.","ner_sample":{"text":"Dritens, warumb man durch Asia sovil und underschidliche befelch diser undt iener spahy khöpff zu bringen A. Ein reißiger spahi. 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Worauf aber der Nebi kheine andtwort geben, sonderen gedachten aga zu rueckh gehalten.","ner_sample":{"text":"Der sultan schickhte hierüber zu dißem Nebi den Reschep Aga, welchen man sonsten in underschidlichen commissionen zu brauchen pflegt, und ließe ihne ernstlich ermanen, das er nichts widriges tentieren, sonderen sich alßbalden zuerrueck begeben und seine gravamina gehöriger maßen einwenden solle. Man werde ihm gewiß satisfaction leisten und mit mehreren caricher ehren und digniteten begnaden, wo nit er gewiß die hochste straff und ungnadt zuerwarten habe. Dan alle die ienige, so iehmahlen wider die Porten eine hostilitet verüebet, wenig erhalten und endtlich rigorosissime gestrafft worden. 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Vortragendt, er habe gewiße nachtrichtung, daß die rebellen in Asia von 20 bis 30.000 man starckh beisamen sich fahren, wider die Porten sezen und vil unheil verursachen möchten. Es seye kein anders mitel, dan ihnen mit ernst zu begegnen. Fragte hierüber die capi von ianitscharen, ob sye auch alß treue diener ihres kayßers wider die rebellen beraith weren, warzu sye sich alle willig erkhlärt. Einer aber under den vornemberen stunde auf und sagte, waß thuen die spahi, so zugegen, wollen sye sich dan nicht auch brauchen laßen? Welchem ein vornember auß den spahyen geandtwortet, sye weren nicht schuldig zu feldt zu gehn, wan der vesier nit selbst mitkombt. Deme wider ein ianitschar replicieret, eß ist nicht der müeh werth, das der vesier auf zwey oder drey mitel aufbreche. Nach dißen und dergleichen concerten declarierten sich auch endtlichen die spahy mit dißem geding, das die ianitscharen voran solten, welches denen ianitscharen auch nicht gefallen, in bedenckhen, die spahy mit denen anderen villeicht d’accordo, dieße in die miten bringen und sye dergestalt mehrseits attaquiren möchten. Leztlichen resolvirten sich die spahi voran zu marschieren, legten zur versicherung iuramentum fidelitatis ab, das sye sich in dißer occasion, wie es die noth erfordert, sine mani solo dapffer und redlich verhalten wollen.","ner_sample":{"text":"Worauf der vesier des anderten tags in aller früeh mit dem muffty, cadileskieren, allen capitänen, so woll anweßenden spahyen alß ianitscharen gleichsam ein offentliche consulta gehalten. Vortragendt, er habe gewiße nachtrichtung, daß die rebellen in Asia von 20 bis 30.000 man starckh beisamen sich fahren, wider die Porten sezen und vil unheil verursachen möchten. Es seye kein anders mitel, dan ihnen mit ernst zu begegnen. 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Man hat zwar vermeint, das der sultan selbst mit werde, weilen er aber noch ein kindt, also hat er zu sinurierung seines willigen gemüets und das volckh desto beßer zu animiren das fändl ihres propheten Mahomets geschickht, welches sonst niemahlen, es seye dan, daß der sultan selbst gegenwertig, zu feldt getragen wirdt. Dißes fändl alß eine reliquia tragen allein die, so von der machometanischen lini in einem vergulten trüchel ungefehr eine viertel meil biß zum läger. Da sye vorbey genahet, stehlete sich die ganze armee, solches mit höchster reverentz zu empfangen, in eine postur, schlugen die händt uber die köpff zusamben und fiengen neben underschidlichen kläglichen actionen an zu weinen. Endtlichen kame der vesier auß seinem zelt, naigte sich vor dem selben gar tief, name es auß dem vergulten trüchel herauß und zeigte es der militia, warüber sye zweiffels ohne ein sonderliche consolation gehabt. Aldieweilen sye dißer opinion, das sye niemahlen verliehren khönnen, wan dißes fändl im feldt steht. Der vesier schickhte ihme, Nebi, einen befelch, das, wan er anderst des sultans sclaf, alsobalden kommen und sich vor ihme praesentieren solle. Deme er aber nit pariert, sondern licenzierte obgedachten Reschepp Aga, welchen er ein zeit lang hinderhalten, unnd ließe dem vesier sagen, er begehre wider die Porten nichts vorzunehmen, sonderen allein in etlichen differentzen iustitia zu suechen, und das man den muffti und seinen sohn, welcher cadi zu Gallata, ihres ambts entseze. Solches auch denen spahy unnd ianitscharen auf des vesiers seiten zu gemüeth führendt, ob es nit beßer, daß einer oder zween cassiert werden, alß das sye sich undereinander ruiniren und sovil 1.000 ihr leib und leben laßen müeßen; welches dan iezt gemelte militia zum theil vir rationabl erkhendt und sonderlich under den spahyen, weilen der vesier den 5. Iulii auf den randevous sich im paßieren und repaßieren allein vor den ianitscharen und vor den spahyen niemahlen genaigt, ein gemurmel unnd (wie etliche vermeint) mit dem Nebi gleichsam einen heimlichen verstandt verursachet etc.","ner_sample":{"text":"Der vesier, muffty, cadileskeri und alle die vornembste wahren in pershon mit, haten unweit von Scutari schanzen aufwerffen und ein ordentliches feldt läger schlagen laßen. Die vornembste officier von spahynen steckheten ihre standarden auß und publicierten, das, wer under dem Nebi erdapt und nit zu seinem standar sich verfüegen wolle, allsobalden zu stückh er zerhaut solle werden. Man hat zwar vermeint, das der sultan selbst mit werde, weilen er aber noch ein kindt, also hat er zu sinurierung seines willigen gemüets und das volckh desto beßer zu animiren das fändl ihres propheten Mahomets geschickht, welches sonst niemahlen, es seye dan, daß der sultan selbst gegenwertig, zu feldt getragen wirdt. 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Weilen aber des vesiers seine militia secundierten, alß name er die flucht, schluge sich zu dem Nebi, welcher iedoch nit stich gehalten, sondern mit seiner ganzen cavalleria, die allein ein armada volante, ohne infanteria undt artigleria zurückhgangen. Worüber der vesier obberüehrtes fändl ihres propheten Machomets also balden dem sultano widerumb anhaimbgebracht und von gehabter faction parte geben unnd zu der nunmehr erhaltnen victori wider seine rebellen glückhwünschen; ob man zwar vermeint, diße revolution gestilt, wie dan die vornembsten Türckhen auch etwas von der soldatesca albereit widerumb nach Constaninopel wahren, recolligirte sich dan mehr gemelter Nebi und ließe dem vesier sagen, weilen er iah sehe, das man ihme weder in iustitia, weder in gnaden nichts zu seinem intent thuen, alß sey er da und begehr zu schlagen, daher der vesier noch selbigen abent mit allen zurückh und ihme, Nebi, das haubt bieten wollen.","ner_sample":{"text":"Under anderen dapfferen soldaten, so der Nebi gehabt, ware sonderlich einer, Katerschiogli. Dißer presentierte sich den 7. Iulii mit einer resoluten partey auf einen berg und ließe nit weit darvon mit einer verborgnen riserva von ein pahr 1.000 man halten, gegen welchen, alß der vesier allein mit denen deli und seinen aignen leüthen ohne der spahy undt ianitscharen avanziert, reterierte sich der Katerschiogli etwas gedachter riserva vorbey, welche unvermeintlich sambt ihm zugleich auf den vesier loßgangen und darin fast biß in die 7.000, darunder auch 2 bassa, todt und 2 verwundt erlegt. Weilen aber des vesiers seine militia secundierten, alß name er die flucht, schluge sich zu dem Nebi, welcher iedoch nit stich gehalten, sondern mit seiner ganzen cavalleria, die allein ein armada volante, ohne infanteria undt artigleria zurückhgangen. 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Ich bin klein, wirstu aber nit remediren, so will ich dir zeigen, das ich groß bin.","ner_sample":{"text":"Den 21. Iulii ließe der sultan dem groß vesier rüeffen und hielte ihme dißes versprechendt: Du hast vil wider den alten vesier geklagt, das er nit wol gubernirt. Ich sehe noch nicht, das du die sach beßer verstehest. Waß ist das für ein governo, daß meine sclaffen sich selbst ruiniren und sich undereinander nider machen. Ich bin klein, wirstu aber nit remediren, so will ich dir zeigen, das ich groß bin.","entities":[[24,30,"PER"],[35,46,"PER"],[114,126,"PER"]]},"ner_ent_exist":true,"ner_ent_type":"PER","ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"},{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65870/?format=json","ner_text":"Warauf der vesier alsobalden zu dem Nebi geschickht und ihme zu acquisiren, in specie von zweyen schenen caricher vertröst. Möchte also mit dißem vesier auch in die lenge keinen bestandt haben unnd successive einer nach dem anderen, die zu des sultans Ibrahims todt geholffen, bellmodo auß dem weeg khommen.","ner_sample":{"text":"Warauf der vesier alsobalden zu dem Nebi geschickht und ihme zu acquisiren, in specie von zweyen schenen caricher vertröst. 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Welches auch den driten tag darauf geschehen ist, in deme unß ein ieder etwas under unserer compagnia zu seiner erledigung dargeben. So baldt er nach erlegtem gelt außgelegt wurde, hielte er sich interim bey unß auf, im willens, mit unß hinauß zu raisen.","ner_sample":{"text":"Alß unser etlich zu Gallata ungefehr bey einer gefänkhnus vorüber giengen, da hat unß Martin Waßerman von Augspurg, ein schueknecht, umb erleßung umb Gottes barmherzigkheit angesprochen, mit vermelden, er seye nur umb 20 thaller incarcerirt. Wofern er dieselbe inerhalb wenig tagen nit erlege, werde er dardurch in die ewige dienstbarkheit gerathen. Daran wir ein herz liches mitleiden getragen und ihn ehest außzulösen versprochen. Welches auch den driten tag darauf geschehen ist, in deme unß ein ieder etwas under unserer compagnia zu seiner erledigung dargeben. 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In wehrender zeit, da er sich bey unß aufgehalten, hat er einem ungefehr 15 thaller gestolen und dan man ihn besuechen, und damit der diebstahl verschwigen bleiben solte, hate er das gelt durch das fenster in das meer geworffen, welches man augenscheinlich gesehen, ihn darauf in die eißen geschlagen und in unserem hauß behalten. Welcher darauf, so baldt er loß worden, zu dem vesier geloffen und vorgeben, er habe lange iahr bey dem vorigen residenten gedient und deßwegen einige bezahlung nie empfangen und er möge nimmer bey den teütschen giauren, das ist ungläubige, verbleiben. Sondern es gefalle ihm die türckhische religion und wolle ein Türckh werden. Der vesier lobte sein vornemben, ließe ihm durch sein dinner ein den teütschen huet abziehen unnd sezte im ein türckhischen bundt auf, dardurch ein pfeil gesteckht war. Einer der beystehenden sprach in diße arabische wort vor, die sprach er nach mit aufgeregtem daum finger. Dan also schweren sye ihren aydt, la he la he ille la Muhameden resullula tangibir oder türckhisch: ley la hel la Mahomet soldan. Das ist: Ich glaub das nur ein Godt sey unnd Mahomet deßen prophet. Daß seindt zwar wenig wordt, aber vil tausent seindt dardurch ewig zugrundt gangen.","ner_sample":{"text":"Er ist nit mit unß, sondern zuvor mit einem herren hinein kommen. In wehrender zeit, da er sich bey unß aufgehalten, hat er einem ungefehr 15 thaller gestolen und dan man ihn besuechen, und damit der diebstahl verschwigen bleiben solte, hate er das gelt durch das fenster in das meer geworffen, welches man augenscheinlich gesehen, ihn darauf in die eißen geschlagen und in unserem hauß behalten. Welcher darauf, so baldt er loß worden, zu dem vesier geloffen und vorgeben, er habe lange iahr bey dem vorigen residenten gedient und deßwegen einige bezahlung nie empfangen und er möge nimmer bey den teütschen giauren, das ist ungläubige, verbleiben. 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Über etlich monat hernach wirdt er beschniten. Ich hab ihn darnach 2 mahl angetroffen. Der hat mir geklagt, wie sehr es in reue, da er nit bey unß gebliben und ein Türckh worden, und er wolle mitler zeit sehen, das er durchgehe und widerumb in die christenheit komme. Dan offentlich kan keiner entrinnen und so man einen warnimbt, das er außreißen will, wirdt er lebendig gespist. Darumb ist solche scharpffe straff ein ursach, das mancher sein heil zu suchen underlast, aber so ein gefangner, so zuvor kein Türckh nie geweßen, außreißen wil und erdapt wirdt, thun sie ihn ahm leben nichts, sonderen sagen, es sey natürlich nach der freyheit trachten undt streben.","ner_sample":{"text":"Darauf haben sye ihn Alibassa genendt und volgents zu dem balbierer geführt, der ihm das har ganz glat hinweg schert, außgenomen ein klein bischel in der miten. Über etlich monat hernach wirdt er beschniten. Ich hab ihn darnach 2 mahl angetroffen. 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Iulii wurdt ihr gnaden zu dem griechischen patriarchen, Parthenio, geladen. Und an dem ufer des meers, da ihr gnaden und wir an das landt gestigen, hat der patriarch durch seine officieren ihr gnaden alßobalden bedienen, durch das stadtthor biß in patriarchato beglaiten und alda im vorhof von denen vornembsten metropolyten widerumb empfangen und in die kirchen führen laßen. Nach wenig verrichten gebet zeigten unß die metropolyten das sanctuarium, ihre reliquien, so hernach beschriben werden. Volgents führten sie unß widerumb hinauß und khame ihr gnaden gleich vor der kirchen entgegen der patriarch selbst, umbfangte ihn ganz freindtlich und führte ihn in ein zimer. Wir aber wurden auch in ein absonder zimmer geführt. In einem anderen zimber ware auf einer langen taffel von allerley confect gewiß ein statliche collation. In berraitschafft zu oberst an der taffel ist der patriarch und ihr gnaden zimblich lustig mit allerhandt gueten gesprächen fast in die zwo stundt geseßen und hat der römisch ksl. Mt. gesundtheit der patriarch einen rundttrunkh mit vilen segen und benediction stehend herumb gehn laßen. Er erzeigte in summa alle cortesia und höffligkheit und beglaitete ihr gnaden selbst in abscheiden durch den hoff biß zum thor des patriarchato, nambe auf das freindtlichste urlaub und ließ ihr gnaden durch die seinigen widerumb durch das stadtthor biß zum ufer des meers accompagniren. Darauf wir widerumb zu unserem losament gefahren.","ner_sample":{"text":"Den 22. Iulii wurdt ihr gnaden zu dem griechischen patriarchen, Parthenio, geladen. 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In bemelter kirchen haben wir gesehen ein stuckh von einer steinernen saülen, daran Christus der Herr zu Ierusalem in Pontii Pilati hauß gebunden und gegeißlet worden. Diße säul ist ungefehr einer elen hoch und 4 ½ meiner span dickh, so alters halb aschenfarb. Aber an im selbsten ist es ein weißer marmor in ein eißen gätter eingeschloßen. Ist unß aber Tracht der vorzeiten gewesten griechischen kayßer unnd kayßerin. Im Vordergund sind exemplarisch ein griechischer Kaiser und eine Kaiserin abgebildet, im Hintergrund ist eine Kirche zu sehen. Alexius, gewester griechischer kayßer. Die Zeichnung stellt Kaiser Alexios dar. durch den sacristan aufgemacht worden, item 2 heillige cörper. Neben dißer haubt kirchen haben sye noch vil hin undt wider in der stat, so aber gar schlicht in den heüßern gebaut, darin sye ihren gottsdienst halten.","ner_sample":{"text":"So hab ich auch in keiner griechischen kirchen mehr alß ein altar gesehen. 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Iunii hat man in offentlichem divan 6 schöner venetianische infanteria fahnen, das aber under sich gestelt, nebens zwen gefangene gebracht, und denen, die es praesentiert, cafftan angelegt, über welches die Türckhen zimlich pravirt und etliche alda weßende Christen per dispetto, solche zu sehen, herfir getragen. Nach dem der baylo auß dem Schwarzen Thurn ledig worden und etlich tag zu Gallata in seinem logiament geweßen, ließe ihm der vesier sagen, er man soll der Republica schreiben, man werde ihrer seits mit der selben gern frid machen, wan sye nur Candia cediren und völlig abtreten wollen, (der baylo gedachte, es wurden die schaff under den wölffen schwerlich seher sein) worauf der baylo geandtwortet, er wolle schreiben, damit sich die Republica hierüber zu resolviren wiße etc.","ner_sample":{"text":"Den 29. 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Nach dem der baylo auß dem Schwarzen Thurn ledig worden und etlich tag zu Gallata in seinem logiament geweßen, ließe ihm der vesier sagen, er man soll der Republica schreiben, man werde ihrer seits mit der selben gern frid machen, wan sye nur Candia cediren und völlig abtreten wollen, (der baylo gedachte, es wurden die schaff under den wölffen schwerlich seher sein) worauf der baylo geandtwortet, er wolle schreiben, damit sich die Republica hierüber zu resolviren wiße etc.","entities":[[128,137,"PER"],[335,340,"PER"],[396,403,"LOC"],[447,453,"PER"],[477,486,"LOC"],[565,571,"LOC"],[613,618,"PER"],[702,707,"PER"],[757,766,"LOC"]]},"ner_ent_exist":true,"ner_ent_type":"LOC,PER","ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"},{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65882/?format=json","ner_text":"Die große, weitberüembte stadt Constantinopel ist gelegen in der landtschafft Thracia in Griechenlandt. Gegen aufgang der sonnen stöst sye an den Bosphorum Thraciae, gegen mittag an Propontidem Maris Aegei, gegen mitnacht hat sye ein schönen portt und meerhaffen, ein halbe meil lang, darinnen die schiff stehn, welcher mit seiner bequemligkheit und sicherheit alle andren port in der ganzen welt ubertrifft. Dißer wirdt bey den scriptoribus Sinus Ceratinus genandt. Die stadt stöst an bey dem meer, alß Mare Mediterraneum unnd Pontum Euxinum; hadt in seiner lenge, wie Herodotus anzeigt, 343 teitscher meilen biß gen Theodosia, so iezundt Capha genendt wirdt – der Tartar könig residentz stadt. Sye ligt in Taurica Chersoneso am Bosphoro Cimereo. Von danen bringt man alles schmalz in khüeheiten eingemacht nacher Constantinopel. Bosphorus Thracicushat in seiner leng 4 teütscher meil, nemlich von Constantinopel biß gen Chrysopolim in Natolia oder Klein Asia, die man iezt Scutari nehnet etc.","ner_sample":{"text":"Die große, weitberüembte stadt Constantinopel ist gelegen in der landtschafft Thracia in Griechenlandt. Gegen aufgang der sonnen stöst sye an den Bosphorum Thraciae, gegen mittag an Propontidem Maris Aegei, gegen mitnacht hat sye ein schönen portt und meerhaffen, ein halbe meil lang, darinnen die schiff stehn, welcher mit seiner bequemligkheit und sicherheit alle andren port in der ganzen welt ubertrifft. Dißer wirdt bey den scriptoribus Sinus Ceratinus genandt. Die stadt stöst an bey dem meer, alß Mare Mediterraneum unnd Pontum Euxinum; hadt in seiner lenge, wie Herodotus anzeigt, 343 teitscher meilen biß gen Theodosia, so iezundt Capha genendt wirdt – der Tartar könig residentz stadt. Sye ligt in Taurica Chersoneso am Bosphoro Cimereo. 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Das sye genendt wirdt Byzantium, Anikusa, Athusa, Antonia, Nova Roma und Constantinopolis, dan zu griechisch ist πολυς Dies ist eine kartographische Darstellung des Schwarzen Meers und der umliegenden Regionen. Sie wurde wohl einem Druckwerk entnommen. Asia circa Pontum Euxinum et Maeotim ex Plinio lib. V. cap. 12345. ein stadt, und hat sye Constantinus Magnus die stadt des Constantini nennen laßen. Ist auch von ihme zu einer ksl. residentz stadt gewidmet worden unnd von der selben zeit ahn biß auf heitigen tag der orientalischen kayßer, nachmahls auch biß hieher der ottomannischen kayßer residentz geweßen.","ner_sample":{"text":"Die stadt Stambol, von den Türckhen also genandt, hat bey den historicis vilerley namen. Das sye genendt wirdt Byzantium, Anikusa, Athusa, Antonia, Nova Roma und Constantinopolis, dan zu griechisch ist πολυς Dies ist eine kartographische Darstellung des Schwarzen Meers und der umliegenden Regionen. Sie wurde wohl einem Druckwerk entnommen. 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Dan die Franzosen selbiger zeit das heillige landt widerumb verlohren haben, und war das griechische kayßerthumb in zwen thail gethailt, nemlich in das constantinopolitanisch undt trapetzuntisch reich. Nach dem nun die Griechen der französischen regierung wegen großen aufferlegten anlagen und tribut müedt und verdrüßig worden, nemlich biß in 60 iahr, seindt die Franzosen von dem kayßer Paleogolo außgerodtet, mit hilff der Genueser, welchen hernach der kayßer die stadt Peram oder Gallatam gegen Constantinopel über verehret, unnd haben die Griechen von der selben zeit an das regiment erhalten, biß die stadt von den Türckhen eingenommen worden. Da ist sye der türckhischen kayßer residentz geordnet worden. Biß heütiges tags, dan zuvor hielten sye hoff zu Brusia, so auch ein ser große stadt in Bythinia, darnach zu Adrianopoli, biß sye endtlich Constantinopel erobert etc.","ner_sample":{"text":"Zur zeit des kayßers Alexii Comneni, der hier begraben ligt, war die stadt von den Franzosen und Venedigeren eingenommen. Dan die Franzosen selbiger zeit das heillige landt widerumb verlohren haben, und war das griechische kayßerthumb in zwen thail gethailt, nemlich in das constantinopolitanisch undt trapetzuntisch reich. Nach dem nun die Griechen der französischen regierung wegen großen aufferlegten anlagen und tribut müedt und verdrüßig worden, nemlich biß in 60 iahr, seindt die Franzosen von dem kayßer Paleogolo außgerodtet, mit hilff der Genueser, welchen hernach der kayßer die stadt Peram oder Gallatam gegen Constantinopel über verehret, unnd haben die Griechen von der selben zeit an das regiment erhalten, biß die stadt von den Türckhen eingenommen worden. 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Eß hat auch ein vortreffliche bibliothec gehabt, darinnen 120.000 underschidliche büecher geweßen, sonderlich ein darm von einem Trachen, 120 schuch lang, darauf die schrifften Homeri, Odyssea undt Ilias, mit guldnen buechstaben geschriben geweßen. Diße büecher seindt endtlich alle in einer großen brunst zugrundt gangen.","ner_sample":{"text":"Diße stadt Stambol ist vorzeiten berüembt geweßen der vortrefflichen universitet halb, welche nicht weniger geacht worden alß Athen, dan es waren sehr gelehrte leüth alhier, darunder einer, Ioannes Chrysostomus, von hier gebürtig. Eß hat auch ein vortreffliche bibliothec gehabt, darinnen 120.000 underschidliche büecher geweßen, sonderlich ein darm von einem Trachen, 120 schuch lang, darauf die schrifften Homeri, Odyssea undt Ilias, mit guldnen buechstaben geschriben geweßen. 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Gewohnlich gehet ein schmal fensterlein in ein gemach, wie ein lufftloch in einem kheller. Sye wißen von keinen öffen, sonderen haben allein camin wie in Welschlandt der brauch ist.","ner_sample":{"text":"Der gemeinen leüth heüßer seindt liederlich ohne kalch, allein mit gaßen koth undt laim gebaut, die seindt gar nider, haben wenig liecht. Gewohnlich gehet ein schmal fensterlein in ein gemach, wie ein lufftloch in einem kheller. Sye wißen von keinen öffen, sonderen haben allein camin wie in Welschlandt der brauch ist.","entities":[[292,303,"LOC"]]},"ner_ent_exist":true,"ner_ent_type":"LOC","ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"},{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65892/?format=json","ner_text":"Die reiche leüth aber haben feine, weite unnd hoche gebey, von kalch und steinen gebaut. Doch mögen sye den gebeyen in Teütschlandt nicht daß waßer reichen, dan die türckhische undt griechische werckhleüth keinen solchen vortheil im bauen wißen alß die Teütsche undt Italianer. Zu dem fehlet es ihnen auch an kalchstein und bauholz, dan alles dißes gar schwerlich undt theür zu bekomen. Darumben auch die heüßer sehr hoch geschäzt unnd verkhaufft werden. Das dachwerckh oder dachstuehl ist erstlich ganz mit bredteren belegt und nit hoch oder gäch, sonder das der regen mag ablauffen. Darauf legt man holle züegel bloß dahin, das sye weder angemaurt noch sonst angehefft. Die fenster noch seind noch in bley noch in holz, sonderen in gibs eingefast. Außwendig seind die heüßer sehr schlecht anzusehen, aber inwendig seind in vilen heüßeren ser schöne zimer von goldt und underschidlichen bluemen gemahlet. 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Sye haben auch wenig stein und führen den mehrentheil von der zerfallnen und destruirten stadt Cipici in Klein Asia in der landtschafft Mysia, wie auch von Troia, der Virgilius gedenckht, welche stadt ieztunder der alten herligkheit nach keinen schadten mehr hat. Sicht auß wie ein alt dorff, darin wohnen lauter Griechen. Da seind auch etliche türckhische mayerhöff und rudera der uhralten, herlichen zerfallnen gebey zu sehen.","ner_sample":{"text":"In aufferbauung der kirchen, brueckhen, spital, bäder, brunen, carabansarai oder gastheüßer seindt sye ser prechtig, dan vast alle tempel zu Constaninopel mehrentheils mit lauter quaderstuckh unnd köstlichen großen säulen aufgebaut unnd allzumahl mit bley bedeckht. Sye haben auch wenig stein und führen den mehrentheil von der zerfallnen und destruirten stadt Cipici in Klein Asia in der landtschafft Mysia, wie auch von Troia, der Virgilius gedenckht, welche stadt ieztunder der alten herligkheit nach keinen schadten mehr hat. 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Seind aber denen lustgärten, so die potentaten in der christenheit haben, nit zu vergleichen. Zudeme pflegen sye auch keinen solchen unkosten darauf zu wenden. In einem garten nechst dem seraia über, underhalb Gallata am Ponte Euxino oder Schwarzen Mär, ist under anderen in dem garten ein weit unnd langer gang, zu beederseits vil hoche cipreß bäum. Darin ieder drithalb schuch von dem anderen stehet, zwischen 2 solchen bäumen, alzeit ein roßmarin stock, anderthalb manß hoch, welches sehr prächtig anzuschauen.","ner_sample":{"text":"Under anderen recreationen des kaysers werden auch nicht unbillich die lustgärten gezehlet, deren theils bey der stadt, theils ein halbe meil oder weiters darvon gelegen. Seind aber denen lustgärten, so die potentaten in der christenheit haben, nit zu vergleichen. Zudeme pflegen sye auch keinen solchen unkosten darauf zu wenden. 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Gleich gegen unser wohnung über ist ein anderer überauß schöner lustgarten, darin wir underschidliche denkhwirdige sachen gesehen haben etc.","ner_sample":{"text":"Eß sein auch zu sehen vil köstlicher frücht tragender bäum, darvon sich der kayßer unnd andere an stadt des weins erlustigen. Dan der wein ihnen zu trinckhen nach lauth ihres alcorans nit erlaubt ist. Die frücht seind mehrentheil pomeranzen, lemoni, granatäpffl, melonen, feygen, birnen, weiße maulbern und andere mehr. 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Sultan Ibrahim, der vor regierende türckische kayßer, hat gemeltes zimmer auf der erden unnd fenster herumb mit zobelbelz spalieren unnd eines halben mans hoch von der erdt an mit spiegel behengen laßen. Alßdan hat er sich, wie auch seine sultanin oder weiberen, in einem absonderlichen, nechstgelegnen käm merlein außgezogen unnd darnach mit seinen weiberen ganz nackhendt auf dem linden zobel herumb gedanzt. Auf der seiten war etlich auß lauter gold unnd silberstuckh aufgerichte, mit baumwol angefihlte beten, dan sie keine federen brauchen. Darauf, wan es ihm in wehrendem danzen beliebte, hat er eine seiner nackhenden weiber genomen unnd seinen muethwillen mit ihr, in zusehung der anderen, getriben unnd volbracht. Seiner kebs weiber wahren an der zahl 500. Obgemelte spiegel hat er darumb also auffhencken laßen, damit er seinen danzenden, nackhenden weiberen nit allein augenscheinlich, sonderen auch in den spieglen zu schauen und seiner lust desto mehrer büeßen möchte. Dan an der gleichen närrischen boßen hat er sich vast delectirt unnd ihme nichts bessers gefallen, alß wan er in die spiegel geschaut unnd seine weiber also durcheinander lauffen sehen. Wan mir die schamröthe die übrigen muethwillen unndt üppigkeiten, so er volbracht, zu beschreiben nit verbieten thete, wehre noch vil zu erzehlen. Darumb will ich es bey dißem beruehen laßen. In summa dißer kayßer führete in allem ein ganz neronisches unnd zugleich im regieren ein weiberisches leben. Die erste vier oder 5 iahr seiner regierung seind ein rechtes primum quinquennium Neronis geweßen, mildt, sithsamb unnd sanfftmietig. Darnach volgte auch die neronische grausamkeit, welche zwar den ottomannischen regenten in gemein gleichsam angebohren, iedoch per intervalla mehrer von einem dan von dem anderen exerciert ist.","ner_sample":{"text":"In bemelten garten wurden wir hin und wider geführt zu underschidlichen schönen waßerkünsten unnd under anderen in ein uberdiemaßen schön summer oder garten hauß, inwendig mit lauter porcellana gebauen. Der obere boden mit gold unnd vilen underschidlichen farben künstlich geziert, der under, darauf man geht, mit schönen täbichen bedegt. In der miten ein stein in gestalt eines bergleins außerhauen, darauf durch etliche meßinge schlänglein daß waßer gricht unnd im zuruck lauff ein liebliches gereüsch erwegt. Sultan Ibrahim, der vor regierende türckische kayßer, hat gemeltes zimmer auf der erden unnd fenster herumb mit zobelbelz spalieren unnd eines halben mans hoch von der erdt an mit spiegel behengen laßen. Alßdan hat er sich, wie auch seine sultanin oder weiberen, in einem absonderlichen, nechstgelegnen käm merlein außgezogen unnd darnach mit seinen weiberen ganz nackhendt auf dem linden zobel herumb gedanzt. Auf der seiten war etlich auß lauter gold unnd silberstuckh aufgerichte, mit baumwol angefihlte beten, dan sie keine federen brauchen. Darauf, wan es ihm in wehrendem danzen beliebte, hat er eine seiner nackhenden weiber genomen unnd seinen muethwillen mit ihr, in zusehung der anderen, getriben unnd volbracht. Seiner kebs weiber wahren an der zahl 500. Obgemelte spiegel hat er darumb also auffhencken laßen, damit er seinen danzenden, nackhenden weiberen nit allein augenscheinlich, sonderen auch in den spieglen zu schauen und seiner lust desto mehrer büeßen möchte. Dan an der gleichen närrischen boßen hat er sich vast delectirt unnd ihme nichts bessers gefallen, alß wan er in die spiegel geschaut unnd seine weiber also durcheinander lauffen sehen. 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Bey ihme legt man keine deller oder meßer auf den disch, dan anstadt der däller nimbt er das brodt, welches breite fleckel sein, zerreist ers mit den händen, dan die selben an stat der meßer seind. Darumb sie auch keine gebrauchen. Legt das undertheil des brots für sich anstat des dällers, das oberthail aber isst man zu den speißen. Unnd so er daran nit genug hat, ist er alsdan das däller auch. Da wir aufgestanden unnd die schißel nacheinander fortgetragen worden, wurde von einem Türckhen obgemelte lederne taffel mit einem riemen wie ein beitel zusamen gezogen unndt an die wandt gehenckht.","ner_sample":{"text":"Eben in dißem zimmer, da ihr gnaden war, legte man auf die erd ein runde lederne scheiben an stat eines disch, darauf sezte man für unß hoche kupfferne verzinte schißel, darinen die speißen von underschidlich gekochten raiß unnd neben anderen auch ein ganz gebratnes lämpel. 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Darnach wird er in ein leinwat eingewickhelt, in ein hilzerne, verdegte baar gelegt, unnd für die stadt hinauß getragen unnd alda begraben. Dan ihre begräbnußen alle gemeiniglich außer der stadt im freien feldt unvermaurt und unverzeint seind. Bey einem ieden grab stehet ein marckhstein einer ellen hoch oder auch niderer, zum theil rauh und ungearbeit, rund oder vireckhend gehauen. Man legt auch nicht mehr alß einen in ein grab: Wan schon vil iahr verloffen unnd er ganz verweßen, begrabt man doch niemandt an diselbe stedt, sonderen sye machen einem ieden etwas besonders. Dahero sihet man zu Constantinopel, Griechischweißenburg unnd anderen städten in ganz Türckhey vil 1.000 solcher grabstein, etwan ein halbe teütsche meil in der leng und brait, nacheinander herumb.","ner_sample":{"text":"Wan ein Türckh, es sey gleich man oder weibs persohn, mit todt abgeht, pflegt man den leichtnamb mit warmen waßer zuwaschen, der gestalt, alß wan er lebendig wär. 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Dißer barbarische gewonheit kombt daher: Nachdem vorzeiten Marcus, despota in Servia, von sultan Murath erschlagen war, nam des despotis diener einer ihn, ein Krabat, ihm für, er wolle seines herren todt an dem sultan selbst rechen, wie er dan bald hernach solches ins werckh erfüllet und sultan Murath den ersten erstochen hat, umb destwillen darff kein frembter für den sultan kommen; man führe ihn dan bei den faisten etc.","ner_sample":{"text":"Nach dem die capitschi bassa ihr gnaden bey den armen gefast unnd zu dem sultan hinein geführt hadten, stießen sye ihr gnaden vor dem sultan unfreindlich zu boden auf die knie. Ein camerdiener reicht dem knieänden den linckhen rockh ermel des sultans, den müest er küßen. Da wurdt er aufgericht und etlich schrits beiseits geführt. 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Lezlichen, an stadt des confects, tregt man auf underschidliche früchten, alß melonen, lemonien, pomeranzen, granaten, birn undt ander dergleichen früchten. Das tranckh war scherbet oder süeß zuckher waßer. Eben auf solche manier seindt die andere herauß in dem ineren hoff under einem schönen gang, außgenommen das confect undt 2 oder 3 speißen weniger, tractirt worden. Under dem eßen gienge einer am tisch (wie wohl es kein tisch war, Türckhische mahlzeit. Drei Personen sitzen im Schneidersitz auf einem Teppich rund um einen runden Tisch. Eine Person nimmt sich mit einem Schöpflöffel Speisen aus einer großen Schüssel. Also pflegen alle Türckhen bey dem eßen oder auch sonsten zusizen. Eine Person sitzt im Schneidersitz am Boden und führt sich einen Suppenlöffel an den Mund. Im Hintergrund ist eine Hügellandschaft zu sehen. dan wir saßen nach türckhischer manier auf der erden mit einer schaalen unnd kupffernen krug) herumb, der gabe unß zu trinckhen ein hönig oder sonst sueßes waßer. Aber hat kaum der zehendte unser gnug getrunckhen und etlich gar nichts bekomen. Doch hatten wir anderst wegen des klezen oder huzelwaßers kein verdruß daran.","ner_sample":{"text":"Von der mahlzeit ist vor genuegsam gemeldt worden, darum ich nur von den spaißen meldung thue, die mehrenthails von reiß auf mancherley weiß gekocht, alß braun, gelb, weiß, roth, dickh und din, unnd alles zumahl sueß, eines theils auch gebachener reiß, ein schaffleisch und gebratne hennen im reiß, gebratne tauben unnd hennen eingemacht oder verdempfft schaffleisch, kleine sueße kräpffel mit zuckher bestreüht. Lezlichen, an stadt des confects, tregt man auf underschidliche früchten, alß melonen, lemonien, pomeranzen, granaten, birn undt ander dergleichen früchten. Das tranckh war scherbet oder süeß zuckher waßer. Eben auf solche manier seindt die andere herauß in dem ineren hoff under einem schönen gang, außgenommen das confect undt 2 oder 3 speißen weniger, tractirt worden. 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Die kleine kinder vor der elteren augen zerfleischt unnd nidergemacht, die tempel unnd gottsheüßer mit schand unnd unzucht verunreiniget unnd zu huerren häüßer gemacht. In summa das iahmer unnd ellend ist nicht genugsam zu erzehlen. Strabo sagt ηεγαλυ ϖολις ηεγαλυ ερςυα, daß ist: uber große städt gehet groß verderben unnd undergang.","ner_sample":{"text":"Alß sultan Mehemet im iahr Christi 14532, den 29. Maii, die stadt in sein gewalt gebracht, haben sych vor Constantino Magno, der diße stadt zum ksl. siz gewidmet, biß auf diße belägerung und eroberung 1.100 iahr verfloßen. Der feind lag 54 tag darvor unnd hat dieselbe endtlich den 29. Maii mit sturm erobert. Waß für muthwillen damahlen die Türckhen getriben ist nicht außzusprechen, dan eß waren auff 60.000 persohnen gefangen, ihnen auch sehr vil wolten auf den schiffen zu waßer entrinnen, so alle ertränckht worden. Die weiber, iunckfrauen unnd iunge wurden zu unerhörter unzucht genötiget und gezwungen. 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Findt man doch außer Romulo und Remo nicht vil, das ihr regiment mit bruder mordt sey beflegt geweßen, wie das türckhische. Auf ihm hat Nero zwar, das greüliche monstrum, sein muedter Agrippinam beschlaffen unnd hernach, damit er das orth, wo er im leib gelegen, sehe, umbringen laßen. Wie auch seinen lehrmeister Senecam sambt vilen seiner vertrautesten hat er ohne einige schuld hinrichten laßen, welches gleichwohl greüliche thaten seind. Aber das türckhische gesez oder alcoran hat solches auf sich, alß ein heilliges gesez unnd godtlich recht, daß ein ieder türckhischer kayßer, so bald er an das reich kombt, mueß laßen seine brüder erwürgen, dan ihr gesaz lautet also, daß sye einen Gott im himmel unnd einen herrn allein auf erden erkhennen sollen.","ner_sample":{"text":"Wegen großer tyranney unnd mordthat vermeine ich, das das Türckhische Reich mit keinem imperio oder monarchia, die yeh mag geweßen sein, könne verglichen werden. 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Warumb aber ihr reich also lange bestehet, ist niemand alß allein Gott dem almächtigen bewust. Der wird solches zu seiner zeit zu enden wißen.","ner_sample":{"text":"Darumb ist ihr reich vilmehr ein tyranney unnd zerstörung anderer regiment. Gleich wie Attila unnd Tamerlanes ein gaißel Gottes sich genendt, also der Türckh terror Europae oder Christianorum billich kan gehalten werden. Eß beweißen die exempel der ottomanischen kayßer, deren regiment nichts anderst geweßen, dan daß sye verwuesteten, verderbten unnd zerstöhrten, was ihnen ihn ihr händt kombt. Waß haben sye in Asia angefangen, ganz Graeciam, darin vil herliche stadt, das mächtig königreich Ungaren, darin vil gewaltige vestung seind geweßen, iamerlich verderbt unnd verwüestet. Warumb aber ihr reich also lange bestehet, ist niemand alß allein Gott dem almächtigen bewust. 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Die haben ihre eüßerste mitel angewendt, das reich der Türckhen zu erweiteren. Zwar es ist der alte brauch, das dergleichen vortreffliche leüth unnd streithbare, ansehnliche helden endtlich des teüffels danckh verdienen, vermög der alten exempel Themistoclis, Cimonis, Pausania Miltiades, Belisarius, Narses, Aetius, welche allzumahl ihr treü mit gefänckhnus, gifft, exilio unnd endtlich dem todt belohnet worden. Also gehet es auch allen türckhischen bassa und vesieren, wie dan einer, so der vorige kayser hat gleich wollen strangulieren laßen unnd den henckher gerueffen. Hat derienige, so hat sollen stranguliert werden, mit unerschrockhnem herzen dem kayßer under das gesicht gesagt: Du tyrannischer kayßer. Daß Ottomanische Reich wird iezund nicht von einem kayßer, sonderen von einem unverständigen narren regieret, in dem ich, zu ehren dein und deines reich erweiterung zumehren, mit meinem aufrichtigen herzen unnd standhafftigem gemueth dir wider deine feind riterlich gestriten unnd gedient unnd muß deßwegen mein leben laßen. Wie dan ihm solches bald darauf genommen worden unnd hat also auch den unbillichen lohn seiner treüen meinung empfangen.","ner_sample":{"text":"Darzu haben sye auch, da wir darin geweßen, den groß vesier unnd ihren muhfti oder pabst, so die zwen vornembste im reich ohne den kayßer geweßen, hinrichten laßen. Die haben ihre eüßerste mitel angewendt, das reich der Türckhen zu erweiteren. Zwar es ist der alte brauch, das dergleichen vortreffliche leüth unnd streithbare, ansehnliche helden endtlich des teüffels danckh verdienen, vermög der alten exempel Themistoclis, Cimonis, Pausania Miltiades, Belisarius, Narses, Aetius, welche allzumahl ihr treü mit gefänckhnus, gifft, exilio unnd endtlich dem todt belohnet worden. Also gehet es auch allen türckhischen bassa und vesieren, wie dan einer, so der vorige kayser hat gleich wollen strangulieren laßen unnd den henckher gerueffen. Hat derienige, so hat sollen stranguliert werden, mit unerschrockhnem herzen dem kayßer under das gesicht gesagt: Du tyrannischer kayßer. Daß Ottomanische Reich wird iezund nicht von einem kayßer, sonderen von einem unverständigen narren regieret, in dem ich, zu ehren dein und deines reich erweiterung zumehren, mit meinem aufrichtigen herzen unnd standhafftigem gemueth dir wider deine feind riterlich gestriten unnd gedient unnd muß deßwegen mein leben laßen. 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Die manboren leüth machen sye gemeiniglich gleich nider oder schindens zue dem ruederziehen auf die galleren, die ein schwere arbeit unnd mit vilen schlägen ihr leben also armseeliglich durchbringen. Die weiber, iunckhfrauen unnd knäblein, waß schön von angesicht ist, werden dem sultan verehret unnd die weibsbilder im türckhischen frauenzimmer mit nähen unnd wirckhen underricht. Unnd dise werden mitler zeit den großen herren verheürath oder auch des kayßers kebß weiber, unnd welche das glück hat, kan kayßerin selbsten werden. Die anderen, so nicht verheürath werden, müeßen wider ihren willen in immerwehrender iunckhfrauenschafft ihr leben müehseelig verzehren. Die anderen, schön unnd schandlich durcheinander, werden in dem besaster, daß ist daß kauffhauß, oder auf den afrätbassar, dem weibermarckh, zuverkauffen geführt. Da ist ein sehr großer, weiter hoff, zur ebner erdt allenthalben seind kleine zimerlein herumb. Deßgleichen auch oben auf einem gang sicht man underschidliche kämerlein, darin sich christliche leibeigne frauen, iunckhfrauen unnd knäblein auffhalten. In bemeltem hoff sicht man an einem marckhtag vil 100 lange bänckh, darauf die gefangne sizen unnd fayl gehalten werden. Unnd treibt oder führt man ganze scharen miteinander in den hoff, doch halten sich die mehreren gefangne in den zimerlein des hoffs auf. Welche weibsbilder oder knäblein von angesicht schön, die werden vil theürer alß die anderen unnd in dem oberen gang verkaufft.","ner_sample":{"text":"Eß ist nunmehr die abscheüliche grausamkeit der Türckhen wider daß christliche bluet weltküendig, dan, so sye in ein land kommen, verbrennen unnd zerstören sye nit allein alles, sonderen führen noch die weiber, kinder unnd iunckhfrauen in die ewige dienstbarkheit. 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