{"url":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-sample/65899/?format=json","ner_text":"In bemelten garten wurden wir hin und wider geführt zu underschidlichen schönen waßerkünsten unnd under anderen in ein uberdiemaßen schön summer oder garten hauß, inwendig mit lauter porcellana gebauen. Der obere boden mit gold unnd vilen underschidlichen farben künstlich geziert, der under, darauf man geht, mit schönen täbichen bedegt. In der miten ein stein in gestalt eines bergleins außerhauen, darauf durch etliche meßinge schlänglein daß waßer gricht unnd im zuruck lauff ein liebliches gereüsch erwegt. Sultan Ibrahim, der vor regierende türckische kayßer, hat gemeltes zimmer auf der erden unnd fenster herumb mit zobelbelz spalieren unnd eines halben mans hoch von der erdt an mit spiegel behengen laßen. Alßdan hat er sich, wie auch seine sultanin oder weiberen, in einem absonderlichen, nechstgelegnen käm merlein außgezogen unnd darnach mit seinen weiberen ganz nackhendt auf dem linden zobel herumb gedanzt. Auf der seiten war etlich auß lauter gold unnd silberstuckh aufgerichte, mit baumwol angefihlte beten, dan sie keine federen brauchen. Darauf, wan es ihm in wehrendem danzen beliebte, hat er eine seiner nackhenden weiber genomen unnd seinen muethwillen mit ihr, in zusehung der anderen, getriben unnd volbracht. Seiner kebs weiber wahren an der zahl 500. Obgemelte spiegel hat er darumb also auffhencken laßen, damit er seinen danzenden, nackhenden weiberen nit allein augenscheinlich, sonderen auch in den spieglen zu schauen und seiner lust desto mehrer büeßen möchte. Dan an der gleichen närrischen boßen hat er sich vast delectirt unnd ihme nichts bessers gefallen, alß wan er in die spiegel geschaut unnd seine weiber also durcheinander lauffen sehen. Wan mir die schamröthe die übrigen muethwillen unndt üppigkeiten, so er volbracht, zu beschreiben nit verbieten thete, wehre noch vil zu erzehlen. Darumb will ich es bey dißem beruehen laßen. In summa dißer kayßer führete in allem ein ganz neronisches unnd zugleich im regieren ein weiberisches leben. Die erste vier oder 5 iahr seiner regierung seind ein rechtes primum quinquennium Neronis geweßen, mildt, sithsamb unnd sanfftmietig. Darnach volgte auch die neronische grausamkeit, welche zwar den ottomannischen regenten in gemein gleichsam angebohren, iedoch per intervalla mehrer von einem dan von dem anderen exerciert ist.","ner_sample":{"text":"In bemelten garten wurden wir hin und wider geführt zu underschidlichen schönen waßerkünsten unnd under anderen in ein uberdiemaßen schön summer oder garten hauß, inwendig mit lauter porcellana gebauen. Der obere boden mit gold unnd vilen underschidlichen farben künstlich geziert, der under, darauf man geht, mit schönen täbichen bedegt. In der miten ein stein in gestalt eines bergleins außerhauen, darauf durch etliche meßinge schlänglein daß waßer gricht unnd im zuruck lauff ein liebliches gereüsch erwegt. Sultan Ibrahim, der vor regierende türckische kayßer, hat gemeltes zimmer auf der erden unnd fenster herumb mit zobelbelz spalieren unnd eines halben mans hoch von der erdt an mit spiegel behengen laßen. Alßdan hat er sich, wie auch seine sultanin oder weiberen, in einem absonderlichen, nechstgelegnen käm merlein außgezogen unnd darnach mit seinen weiberen ganz nackhendt auf dem linden zobel herumb gedanzt. Auf der seiten war etlich auß lauter gold unnd silberstuckh aufgerichte, mit baumwol angefihlte beten, dan sie keine federen brauchen. Darauf, wan es ihm in wehrendem danzen beliebte, hat er eine seiner nackhenden weiber genomen unnd seinen muethwillen mit ihr, in zusehung der anderen, getriben unnd volbracht. Seiner kebs weiber wahren an der zahl 500. Obgemelte spiegel hat er darumb also auffhencken laßen, damit er seinen danzenden, nackhenden weiberen nit allein augenscheinlich, sonderen auch in den spieglen zu schauen und seiner lust desto mehrer büeßen möchte. Dan an der gleichen närrischen boßen hat er sich vast delectirt unnd ihme nichts bessers gefallen, alß wan er in die spiegel geschaut unnd seine weiber also durcheinander lauffen sehen. Wan mir die schamröthe die übrigen muethwillen unndt üppigkeiten, so er volbracht, zu beschreiben nit verbieten thete, wehre noch vil zu erzehlen. Darumb will ich es bey dißem beruehen laßen. In summa dißer kayßer führete in allem ein ganz neronisches unnd zugleich im regieren ein weiberisches leben. Die erste vier oder 5 iahr seiner regierung seind ein rechtes primum quinquennium Neronis geweßen, mildt, sithsamb unnd sanfftmietig. Darnach volgte auch die neronische grausamkeit, welche zwar den ottomannischen regenten in gemein gleichsam angebohren, iedoch per intervalla mehrer von einem dan von dem anderen exerciert ist.","entities":[[519,526,"PER"],[1881,1893,"PER"],[2064,2071,"PER"]]},"ner_ent_exist":true,"ner_ent_type":"PER","ner_source":"https://nerdpool-api.acdh-dev.oeaw.ac.at/api/ner-source/11/?format=json"}